BERICHT DES VORSTANDS

Wer zur IBB kommt weiß: Ich kann mich auf Zusagen verlassen!

HEIKE KEMMNER, Vorstand Marktfolge

Der Extrameter ist der Ursprung unseres Erfolgs!

Die Internationales Bankhaus Bodensee AG schaut auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück – und das, obwohl der Branchentrend in eine ganz andere Richtung zeigt. Nicht so bei der IBB: Keine Ertragsprobleme, keine Wachstumsprobleme. Aber wie gelingt das der Privatbank? Im Interview gibt Heike Kemmner darauf eine Antwort.

Frau Kemmner, hinter der IBB liegt ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019. Wie kommt es, dass die Privatbank entgegen des Branchentrends so gut dasteht?
„Ich denke, wir verdanken unseren Erfolg besonders einem Grund: Unserer Bereitschaft, Tag für Tag, für unsere Kunden Extrameter zu gehen …“

„Extrameter“ ist ein interessanter Begriff. Was meinen Sie damit? „Wir verstehen uns als die ‚etwas andere‘ Bank. Für uns heißt das: mehr zu machen als andere, nicht müde zu werden – auch wenn es komplex und anstrengend wird, ja, auch wenn es mal schwerfällt. Ich würde sogar sagen, dass diese Extrameter absolut Teil unserer DNA als Bank sind. Der Grund unseres Erfolges sind vor allem die Extrameter, die unsere Mitarbeiter tagtäglich gehen.“

Haben Sie ein konkretes Beispiel, an dem der Extrameter greifbar wird?
„Sogar ein sehr konkretes: Wenn ein Kunde am zehnten Dezember anruft und eine Kreditfinanzierung braucht – aber eben noch im alten Jahr – dann machen wir das möglich. Für den Laien mag das nicht so spektakulär, sondern selbstverständlich klingen. Aber so ist das oft nicht. Wir arbeiten bis zum 31. Dezember. Auch wenn das heißt, dass wir bis dahin 24 Stunden am Tag arbeiten und qualifizierte Mitarbeiter aus anderen Bereichen des Hauses mit einspringen müssen. Wir würden einem Kunden kurz vor Weihnachten niemals sagen: Wir sind jetzt voll, komm im nächsten Jahr wieder. Denn, warum sollte er, einmal abgewiesen, wiederkommen?! Wer zur IBB kommt weiß: Ich kann mich auf Zusagen verlassen; und zwar egal ob ich Ende Dezember oder im Januar komme. Und dieses Sichverlassenkönnen ist ein Extrameter, der uns von vielen anderen unterscheidet.“

Welchen persönlichen Anteil haben Sie am Erfolg?
„Ich bin nur ein einzelnes, kleines Stück in dem großen Ganzen der IBB. Ich bin ein Puzzleteil – genau wie die Sekretärin, wie die Mitarbeiterin im Zahlungsverkehr, wie der Kreditsachbearbeiter, wie die Vertriebsmitarbeiterin oder die Reinigungskraft. Erfolg hat man nur gemeinsam – nur weil wir alle, jeder auf seiner Position, die Extrameter gegangen sind.“

Haben Sie das erfolgreiche Geschäftsjahr auch entsprechend gefeiert?
„Ja! Und das ist auch ganz wichtig. Denn der Erfolg fällt uns ja nicht einfach zu, wir arbeiten das ganze Jahr sehr hart dafür. Wir machen unsere Hausaufgaben. Und wenn durch die Anstrengung aller am Jahresende ein tolles Ergebnis steht, muss man das auch feiern. Wir ziehen aus dem Erfolg von 2019 unsere Motivation für das neue Jahr 2020. Wir bleiben jetzt nicht stehen, klopfen uns auf die Schulter und lassen mal fünfe gerade sein. Um es anders zu sagen: Auch wenn wir schon weit gekommen sind, wir wollen immer besser werden.“

Heike Kemmner bildet seit Januar 2020 mit Joachim Mei den IBB-Vorstand. Er trat die Nachfolge von Klaus Gallist an, der altersbedingt ausgeschieden ist.

Die IBB ist die Bank des bekannten Unternehmers Prof. Würth, der für seinen mitreißenden Esprit, aber auch seine klare Sprache bekannt ist. Man sagt ihm nach, dass er sowohl loben als auch deutlich kritisieren kann. Welchen Einfluss hat seine Persönlichkeit auf die Bank?
„Prof. Würth hat einen ganz prägenden Einfluss auf uns alle. Er ist unternehmerisches Vorbild, Visionär und Identifikationsfigur. Die IBB versteht sich zum Beispiel nicht als Dienstleister, wie andere Banken das für sich definieren. Wir verstehen uns – als Teil der Würth Gruppe – als echter Partner unserer Kunden. Ich sage immer: Unsere Kunden und wir sitzen im selben Boot. Das setzt aber Offenheit, Ehrlichkeit und ein Vertrauensverhältnis voraus. Denn was schweißt einen mehr zusammen, als wenn man auch mal anspruchsvollere Situationen gut miteinander überstanden hat?“

Wie würden Sie das Verhältnis zu Ihren Kunden beschreiben?
„Die IBB strebt keine Projektbeziehungen zu ihren Kunden an, sondern ganzheitliche, langfristige, partnerschaftliche Beziehungen. Gute Beziehungen gelingen aber nur, wenn man ehrlich miteinander umgeht. Wenn ich also Kritisches nicht anspreche, dann bin ich doch die Ursache, dass sich Situationen verschärfen oder Konfrontationen entstehen. Und diese pragmatische und zielführende Herangehensweise geht klar auf den Professor zurück.“

Wie leben Sie diese Grundsätze denn innerhalb der IBB?
„Unsere Kommunikation ist offen und kritisch. Das liegt auch an unseren flachen Hierarchien, die schnelle Entscheidungen ermöglichen. Wir sind kein Tanker, wir sind ein Schnellboot. Wir nennen also nicht nur bei unseren Kunden die Dinge beim Namen, wir tun das natürlich auch intern. Das sorgt dafür, dass sich niemand aus der Verantwortung nehmen kann und dass jeder einzelne – von der Reinigungskraft bis zur Vorständin – sehr achtsam mit seinem Arbeitsbereich, seinen Projekten umgeht. Und da ist mir wichtig: Nur wenn jeder einzelne sein individuelles Projekt gut managt, sind wir als Bank erfolgreich.“

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
„Das müssen Sie wohl meine Abteilungsleiter fragen (lacht). Für mich heißt Führung nicht, die Wünsche meiner Mitarbeiter zu erfüllen oder dafür zu sorgen, dass sie sich ‚wohlfühlen‘. Vielmehr geht es darum, die persönliche Entwicklung und Leistung jedes Mitarbeiters in die richtige Richtung zu führen. Wenn das gelingt, dann haben die Mitarbeiter auch Freude an ihrer Arbeit und fühlen sich wohl – was sich wiederum positiv auf die Arbeit für unsere Kunden auswirkt.“

Wirtschaftlich war 2019 ungemein erfolgreich. Aber auch in der IBB gab es 2019 einschneidende Erlebnisse …
„Ganz genau. Ich denke da besonders an das altersbedingte Ausscheiden von Klaus Gallist. Er war ja Gründungsvorstand unserer Bank – wenn eine so bestimmende Persönlichkeit das Unternehmen verlässt, bleibt das nicht ohne Folgen. Er hat es nämlich sehr gut verstanden, unsere Philosophie – und gerade auch die Extrameter, die wir gehen – an ganz viele Mitarbeiter weiterzugeben. Klaus Gallist hat diese Philosophie vorgelebt, denn sie ist Teil seiner DNA. Und nur wer selber brennt, kann andere anstecken. Und so bin ich zuversichtlich, dass sein Wirken unser Handeln als IBB noch lange mitbestimmen wird …“

Können Sie drei Charaktereigenschaften von Klaus Gallist nennen, die die IBB besonders geprägt haben?
„Mir fallen zwar mehr als drei ein (lacht), aber ich würde sagen, dass er ein hervorragender Netzwerker, ein authentischer Motivator und ein bekennender Optimist ist, der in jedem Problem eine Chance sieht. Wer mit Klaus Gallist zu tun hatte, wusste, dass es darum geht, in Lösungen zu denken. Das steckt an!“

Was erwarten Sie von 2020?
„Dass wir nicht müde werden und uns auf unserem Erfolg ausruhen, sondern dass wir die Motivation aus dem vergangenen Jahr mit in die Zukunft nehmen – und weiterhin in dieser herausfordernden Zeit die Extrameter für unsere Kunden zu gehen.“

Klaus Gallist hat diese Philosophie vorgelebt, denn sie ist Teil seiner DNA. Und nur wer selber brennt, kann andere anstecken. Und so bin ich zuversichtlich, dass sein Wirken unser Handeln als IBB noch lange mitbestimmen wird …