BERICHT DES VORSTANDS

Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter uns

Mit einem Betriebsergebnis vor Steuern (vor Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340G HGB) von 12,7 Mio. EUR konnten wir im Geschäftsjahr 2017 den guten Weg der letzten Jahre fortsetzen. Erneut ist es gelungen, das Vorjahresergebnis sowie unsere Planung signifikant zu übertreffen. In der Rückschau heißt dies, dass die Internationales Bankhaus Bodensee AG (IBB) innerhalb von 10 Jahren ihr Vorjahresergebnis acht mal übertreffen konnte. Wir werten diese Entwicklung als äußerst erfreulich – und zugleich als eine wichtige Bestätigung für unsere Arbeit.

Das gute Betriebsergebnis ist umso höher einzuschätzen, als sich die nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen für die Bankenbranche im letzten Jahr kaum geändert haben. Unser wirtschaftliches Umfeld gestaltet sich nach wie vor herausfordernd: ein dauerhaft niedriges Zinsniveau, umfassende regulatorische Anforderungen an die Prozesse und die Eigenkapitalausstattung, eine Rechtsprechung, die einen erheblichen Einfluss auf die Konditionenpolitik der Banken ausübt und nicht zuletzt eine zunehmende Konkurrenz von Nichtbanken bzw. Fintechs.

Dass sich die IBB in diesem Umfeld so stabil behaupten konnte, liegt sicherlich zu einem großen Teil an ihrem speziellen Geschäftsmodell, das sie – zwar immer wieder an die aktuellen Anforderungen unserer Kunden und Märkte angepasst – seit ihrer Gründung konsequent umsetzt. Es gilt: Die IBB ist und bleibt eine Nischenbank, die sich ausschließlich in denjenigen Bereichen betätigt, in denen sie durch ihr ganz besonderes Know-how und ihre Flexibilität überzeugen kann und – im Vergleich zum Wettbewerb – einen deutlichen Mehrwert für ihre Kunden erzielt.

Im Jahr 2017 stellte der Vorstand diese Geschäftsstrategie in seinen besonderen Fokus. Zwar unterzieht sich die IBB schon seit Jahren – so fordert es auch die Bankenaufsicht von den deutschen Banken – einem jährlichen Strategieprozess. Doch war es nunmehr an der Zeit, diesen Strategieprozess und vor allem die Geschäftsstrategie methodisch auf den Prüfstand zu stellen. Ziel des mehrmonatigen Projekts war, die in der Strategie festgelegten Ziele mit Hilfe klar definierter Messgrößen objektivierbar, berechenbar und vor allem überprüfbar zu machen. Der Vorstand sollte in die Lage versetzt werden, das Unter- oder Überschreiten wichtiger Kenngrößen sowie mögliche Interdependenzen zwischen sogenannten Erfolgsquellen und Risikotreibern noch schneller zu erkennen und, falls erforderlich, kurzfristig Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Für die Mitarbeiter, für die die IBB-Strategie die Grundlage ihres täglichen Handels darstellt, sollte die Strategie – im Sinne der Verständlichkeit – textlich gestrafft werden. Die zentralen Elemente und Ziele des Geschäftsmodells sollten klar und verbindlich auf den Punkt gebracht werden.

Von links nach rechts: Heinrich Hartmann (Generalbevollmächtigter), Heike Kemmner (Mitglied des Vorstands), Klaus Gallist (Mitglied des Vorstands)

Der Vorstand entschied sich dafür, die Strategie künftig als Balanced Scorecard (BSC) mit fünf Perspektiven (Kunden und Märkte, weitere Externe, Finanzen, Prozesse, Mitarbeiter) und mehreren Segment- bzw. Teilstrategien abzufassen. Für die Methode »BSC« sprach, dass sie eine einheitliche Darstellung und verständliche Kommunikation der Strategie, eine integrierte Planung sowie eine vorausschauende Unternehmenssteuerung ermöglicht. Für das Strategie- Controlling, das heißt, zur Überprüfung, inwieweit die Bank ihre selbst gesetzten strategischen Ziele erreicht, wurde ein Ampel-System entwickelt, mit dessen Hilfe der Vorstand sowie der Aufsichtsrat regelmäßig über die Strategie-Kennzahlen informiert werden.

Doch auch inhaltlich wurde die Nischenstrategie der IBB intensiv diskutiert und weiter optimiert. In besonders erfolgreichen Bereichen, insbesondere bei den Gewerblichen Immobilienkunden, hat sich in den letzten Geschäftsjahren deutlich gezeigt, dass sich die IBB auf dem richtigen Weg befindet – Kunden, Märkte und Produktangebot stimmen. Deshalb werden wir hier unser Geschäftsmodell mit ganzer Kraft unverändert weiterverfolgen. In anderen Bereichen wurden dagegen angemessene strategische Anpassungen vorgenommen. So haben wir im Private Banking – anknüpfend an erste Maßnahmen des Vorjahres – weitere Prozesse optimiert und aufbauorganisatorische Änderungen vorgenommen. Auf diese Weise können wir einerseits den Kundenbedürfnissen, andererseits den regulatorischen Vorgaben – hier sei zuvorderst die Umsetzung von MiFID II genannt – effektiv nachkommen. An der Grundausrichtung im Private Banking, d. h. der ganzheitlichen und unabhängigen Betreuung vermögender Privatkunden, wird sich dadurch nichts ändern – sie wird sogar eher noch geschärft. Die IBB wird in diesem Segment auch weiterhin als sehr persönliches Bankhaus punkten. Auch im Firmenkundengeschäft verfolgt die Bank ihre Nischenstrategie weiter. Zwar sind wir jederzeit in der Lage, unseren Kunden, in der Regel inhabergeführte Unternehmen mit Sitz im Südwesten Deutschlands, alle Facetten des klassischen Firmenkundengeschäfts anzubieten. Doch sehen wir unseren besonderen Wettbewerbsvorteil in ausgewählten, speziellen Segmenten des Firmenkundengeschäfts, in denen wir unsere Innovationsfähigkeit, unsere Agilität, unser Spezialisten- Netzwerk und unser unternehmerisches Know-how zielgerichtet einsetzen können. 

Sie sehen: Die IBB hat sich in den letzten Jahren so manchen Neuerungen unterzogen. Sie hat an ihrer Geschäftsstrategie gefeilt, organisatorische Veränderungen vorgenommen, umfassende Projekte durchgeführt und neue Prozesse und Produkte eingeführt. Bei alledem stand jedoch stets ein Gedanke im Vordergrund: Die Stärken der IBB, so wie Sie sie seit Jahren kennen und schätzen, sollen bestehen bleiben. Und so bleiben wir eine dynamische Nischenbank, die unternehmerisch, gleichwohl risikobewusst und bodenständig agiert und ihren Kunden – seien es Privatkunden, Mittelständler oder Gewerbliche Immobilienkunden – mehr bietet als der Durchschnitt. Kurzum: Wir sind und bleiben »Ihre persönliche Privatbank« am Bodensee.

Unser großer Dank für das entgegengebrachte Vertrauen gilt unseren Kunden und Geschäftspartnern. Wir freuen uns darauf, unsere erfolgreiche und verlässliche Geschäftsbeziehung mit Ihnen weiterzuführen. Ebenso bedanken wir uns bei unseren Gesellschaftern und Aufsichtsräten, die sich stets konstruktiv und vertrauensvoll eingebracht und damit einen wichtigen Teil zu unserem Geschäftserfolg beigetragen haben.

Nicht zuletzt möchten wir unseren Mitarbeitern herzlich danken. Mit ihrem großen Engagement und ihrer Verbundenheit sind sie die Garanten unseres Erfolgs. Wir setzen deshalb alles daran, ihnen auch künftig ein verlässlicher und wertschätzender Arbeitgeber zu sein.