LAGEBERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS DER INTERNATIONALES BANKHAUS BODENSEE AG

für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Lagebericht

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Mit ihrem bewährten Geschäftsmodell konzentriert sich die Internationales Bankhaus Bodensee AG seit ihrer Gründung im Jahr 1996 auf ausgewählte, beratungsintensive Geschäftsbereiche und bewusst nicht auf das Mengengeschäft.

 

Ihr Geschäftsmodell erstreckt sich auf die Segmente

  • Private Banking
  • Firmenkunden
  • Forderungsfinanzierung Sport
  • Gewerbliche Immobilienkunden

Die Bereiche Forderungsfinanzierung Sport und Gewerbliche Immobilienkunden legen ihren Fokus auf das kurz und mittelfristige Kreditgeschäft. Bei Privatkunden im Private Banking und bei Firmenkunden können auch längerfristige Darlehenslaufzeiten vereinbart werden, jedoch überwiegend mit variabler Verzinsung bzw. kurzfristiger Zinsbindung. Daneben ist die IBB in der umfassenden Vermögensberatung von Privatkunden tätig.

Die IBB unterhält in ihrem Depot A Eigenanlagen – jedoch nicht für Handelszwecke, sondern zur Sicherstellung ihrer Liquidität. Eine Zinsfristentransformation wird nicht aktiv betrieben. Aufgrund der nahezu fristenkongruenten Refinanzierung ihrer Aktivseite ist die IBB einem Äußerst niedrigen Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Die Liquiditätsfristentransformation wird akzeptiert.

Am Hauptsitz in Friedrichshafen bietet die IBB sämtliche Dienstleistungen aller Segmente vor Ort an. In den Niederlassungen wird das gesamte Spektrum des Private Banking angeboten.

Geschäftstätigkeit

PRIVATE BANKING

Der Bereich Private Banking teilt sich auf in die Private-Banking-Beratung, das Asset Management (bis 30. Mai 2018) sowie die Sachwertfinanzierung. Die Leistungen des Private Banking werden an sechs Standorten (Hauptsitz Friedrichshafen; Niederlassungen Freudenstadt, Konstanz, Künzelsau-Gaisbach, München und Radolfzell) angeboten.

Die IBB richtet sich mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz an vermögende Privatkunden, Unternehmer und institutionelle Anleger. Das Private Banking agiert unabhängig von Anbietern oder Produktvorgaben und bietet keine eigenen Produkte an. Das Angebotsspektrum außerhalb des Wertpapiergeschäfts umfasst im Sinne des ganzheitlichen, bedarfsgerechten Beratungsansatzes Themen wie Immobilien und Versicherungen. Finanzierungen werden zur Arrondierung des Anlagegeschäfts angeboten.

Geschäftstätigkeit

FIRMENKUNDEN

Im klassischen Firmenkundengeschäft, das insbesondere kurz- und mittelfristige Kreditprodukte umfasst, ist die IBB selektiv tätig. Ihre Zielkunden sind mittelständische Unternehmen (bevorzugt in Familienbesitz).

Im klassischen Firmenkundengeschäft beschränkt sich die Bank im Neugeschäft regional auf Baden-Württemberg und Bayern. Cross-Selling-Ansätze bestehen im in- und ausländischen Zahlungsverkehr sowie im Bereich der Finanztermingeschäfte, ebenso zum Private Banking.

Darüber hinaus bietet die IBB strukturierte Akquisitions- und Projektfinanzierungen sowie Hermes gedeckte Exportfinanzierungen an und positioniert sich als Anbieter von Speziallösungen.

Geschäftstätigkeit

FORDERUNGSFINANZIERUNG SPORT

Im Bereich Forderungsfinanzierung werden Vorfinanzierungen von nationalen wie internationalen Forderungen durchgeführt. Hierbei werden in allererster Linie Forderungen aus dem Fußballbereich in Form von Sponsoring und Werbeverträgen, von TV-Vermarktungsverträgen (Antritts- und Fernsehgeldern) sowie von Transferverträgen vorfinanziert.

Um auf einem wachsenden Markt in Zukunft den Anforderungen an größere Volumina gerecht zu werden, verfolgt die IBB den strategischen Ansatz der Risikoteilung unter Einbindung von Geschäftspartnern.

Geschäftstätigkeit

GEWERBLICHE IMMOBILIENKUNDEN

Der Bereich Gewerbliche Immobilienkunden umfasst die Finanzierung von Bauträger- und Aufteilermaßnahmen, Projekt- und Grundstücksentwicklern, Immobilienhändlern sowie die kurzfristige Bestandsfinanzierung für Immobilien mit Miet- und Flächenoptimierungspotenzial in Deutschland.

Die Zielkunden in diesem Segment sind etablierte und nachweislich erfolgreiche Immobilieninvestoren, die entweder eigenakquiriert oder durch langjährig verbundene Partner vermittelt werden.

Finanzierungen erfolgen mit überwiegend kurz- bis mittelfristigen Kontokorrentkrediten und Darlehen.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Wirtschaftliches Umfeld

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Für das Jahr 2019 lässt sich zusammenfassen, dass die konjunkturelle Dynamik der Weltwirtschaft an Schwung verloren hat, bzw. in einzelnen Teilbereichen gar stagnierte. Der Rückgang zeigte sich hierbei sowohl in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften als auch in den Schwellenländern. Als Gründe hierfür können ein Rückgang im Bereich des Welthandels und die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe genannt werden. In den USA hat sich das Wachstum nach wachstumsstarken Jahren 2017 und 2018 sichtbar verlangsamt. Die chinesische Wirtschaft kann weiterhin ein Wachstum verzeichnen, welches jedoch dem globalen Trend folgend rückläufig ist. Gründe hierfür finden sich in Politikmaßnahmen und Handelskonflikten, allen voran mit den USA. Eine schwächere Entwicklung der Investitionen sowie der Exporte sorgten auch im Euroraum für ein verhaltenes konjunkturelles Wachstum. In diesem Umfeld befindet sich auch die deutsche Volkswirtschaft.

Die aktuelle Entwicklung der Weltkonjunktur spiegelt sich auch an den Stimmungsindikatoren der internationalen und nationalen Wirtschaft wider. So erreichte der ifo Weltwirtschaftsklima-Index1 mit -18,8 Punkten zum Ende 2019 den Jahrestiefststand und entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr (-2,2) stark negativ.

Das US-Wirtschaftswachstum lag 2019 im Ergebnis laut aktuellen Schätzungen bei 2,3 % und damit unter dem Vorjahreswert von 2,9 %. Mit einem starken zweiten Quartal 2019 konnte der private Konsum in den USA wesentlich zu einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) beitragen. Dieser wird gestärkt durch eine gute Beschäftigungsentwicklung und damit steigenden Löhnen. Steuersenkungen und der Ausgabenanstieg haben zudem das staatliche Defizit ausgeweitet. Bei den Exporten ist, nach einem Anstieg im ersten Quartal, im zweiten Quartal 2019 ein Rückgang zu verzeichnen. Dies liegt begründet in der Erhöhung von Zöllen auf Einfuhren aus China, welche zu chinesischen Gegenmaßnahmen sowie einer allgemeinen handelspolitische Unsicherheit führten. Mittlerweile sind gut zweidrittel der US-Importe aus China mit Sonderzöllen belegt.

In den ersten beiden Quartalen des Jahres 2019 konnte im Euro-Raum ein geringes Wirtschaftswachstum in Höhe von 0,4 % bzw. 0,2 % gegenüber dem jeweiligen Vorquartal verzeichnet werden. Dies war jedoch vorrangig auf temporäre Effekte zurückzuführen. Auf Jahressicht entwickelte sich die konjunkturelle Dynamik im Euroraum verhalten. Für das Gesamtjahr 2019 ergibt sich ersten Berechnungen zufolge eine Wachstumsrate des realen BIP um 1,2 %, welche somit unter dem Vorjahreswert von 1,9 % liegt. Als Grund kann hier eine schwache Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe und eine damit verbundene rückläufige reale Bruttowertschöpfung in diesem Bereich genannt werden. Positive Wachstumsbeiträge zum BIP konnten hingegen die privaten Haushalte sowie der staatliche Konsum liefern. Ein anhaltender Beschäftigungsaufbau und damit verbundene steigende Löhne und Gehälter stärken das Einkommen der privaten Haushalte. Die Entwicklung des BIP innerhalb der Mitgliedsstaaten des Euro-Raums verlief heterogen. So wiesen Deutschland und Italien im zweiten Quartal 2019 das geringste Quartalswachstum aus, während Spanien, Frankreich und die Niederlande ein weitgehend stabiles Wachstum verzeichnen konnten. Eine deutlich volatile Entwicklung der Wachstumsdynamik zeigte sich im Vereinigten Königreich. Nachdem das jahresdurchschnittliche Wachstum des BIP im Jahr 2018 auf 1,4 % zurückgegangen war, betrug die Zuwachsrate gegenüber in der ersten Jahreshälfte 2019 1,3 %. Die volatile Entwicklung der Quartale spiegelt hierbei die Unsicherheiten des Brexits wider. Zum 31. Januar 2020 wird das Vereinigte Königreich die EU mit einer Übergangsphase bis Jahresende 2020 verlassen. In diesem Umfeld verschlechterte sich der ifo Wirtschaftsklima-Index für den Euroraum im Vorjahresvergleich von 6,6 Punkte auf -16,6 Punkte.2

Ein anhaltender Beschäftigungsaufbau und damit verbundene steigende Löhne und Gehälter stärken das Einkommen der privaten Haushalte.

1,2

ifo World Economic Survey (WES) IV/2019

 

 

Wirtschaftliches Umfeld

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland zeigte sich im Jahr 2019 zweigeteilt. So wuchs im ersten Quartal 2019 das BIP gegenüber dem letzten Quartal 2018 um 0,4 %, sank im zweiten Quartal aber entsprechend wieder um 0,1 %. Auf Jahressicht erwartet der Sachverständigenrat eine jahresdurchschnittliche Wachstumsrate von 0,5 % . Eine Ursache für den konjunkturellen Abschwung findet sich in einem anhaltenden Abwärtstrend in der Industrieproduktion. Hiervon waren vor allem die chemische Industrie sowie der Fahrzeugbau betroffen. Die schwierige Lage der Industrie wirkt sich ebenfalls negativ auf die Exportentwicklung aus, so war im zweiten Quartal 2019 ein negativer Außenbeitrag von 0,5 Prozentpunkten zu verzeichnen, welcher überwiegend zum Rückgang des BIP beitrug. Gekennzeichnet durch die Unsicherheit des Brexits waren vor allem Exporte in das Vereinigte Königreich betroffen. Bei der Binnenwirtschaft profitierte unter anderem das Baugewerbe von einem sehr milden Winter und konnte somit einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten. Auch der Dienstleistungsbereich zeigte sich im Jahresvergleich robust. Der Konsum profitiert nach wie vor von der guten Arbeitsmarktlage und steigenden Einkommen. Die Entwicklung des Verbraucherpreisindex wird analog zu den Vorjahren stark vom Ölpreis beeinflusst. Dennoch sank die Teuerungsrate von etwa 2 % im Vorjahr auf 1,4 % und liegt somit unterhalb der 2 %-Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Der ifo Geschäftsklima-Index für Deutschland3 sank im Vorjahresvergleich von 101,0 Punkten auf 96,3 Punkte und spiegelt somit die rückläufige wirtschaftliche Entwicklung wieder.

Bei der Binnenwirtschaft profitierte unter anderem das Baugewerbe von einem sehr milden Winter und konnte somit einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten.

3

ifo Konjunkturumfragen IV/2019

Wirtschaftliches Umfeld

BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Im Geschäftsjahr 2019 agierte die IBB unverändert als Nischenbank, die ihren Fokus auf die oben beschriebenen vier verschiedenen Segmente ausgerichtet hat. Dank dieses Geschäftsmodells ist es der Bank möglich, sich in einzelnen Segmenten zu profilieren und sich damit teilweise dem starken Wettbewerb mit Verdrängungseffekten zu entziehen. Die Bank agiert im Wesentlichen in den Segmenten Private Banking und im Firmenkundengeschäft in einem wettbewerbs- und preisintensiven Umfeld. Der Markt für Forderungsfinanzierungen entwickelt sich weiterhin positiv, bzw. unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage in Europa. Auf der Wettbewerbsseite zeigt sich allerdings, dass Banken und Kapital- und Beteiligungsgesellschaften dieses Segment vermehrt als Geschäftsfeld für sich entdecken. Zudem profitiert der Bereich Gewerbliche Immobilienkunden von der anhaltenden hohen Nachfrage am Immobilienmarkt.

Im Zeichen der weltweit anhaltenden lockeren Geldpolitik performten die Aktienmärkte im vergangenen Jahr äußerst positiv. Die gute Entwicklung der Aktienmärkte konnte auch durch politische Unsicherheiten, wie dem lange Zeit ungeklärten Brexit oder dem Handelsstreit zwischen den USA und China, nicht getrübt werden. Die insgesamt gute Stimmung an den Aktienmärkten spiegelt sich auch in einer geringeren Volatilität wider. So sank der Volatilitätsindex VDAX-New im Stichtagsvergleich von 20 Punkten im Vorjahr auf 13 Punkte. Zurückzuführen ist diese Entwicklung in erster Linie auf das Vertrauen in die Fiskalpolitik im Falle eines Konjunkturabschwungs. Pünktlich zum Jahresende erreichte der Deutsche Aktienindex (DAX) im Dezember seinen Jahreshöchststand von 13.430 Punkten und schloss das Jahr mit einem Plus von 25,5 % ab. In den USA entwickelten sich die Leitindizes S&P500 sowie der Nasdaq Composite im gesamtwirtschaftlichen Umfeld ebenfalls sehr positiv. So schlossen beide Indizes das Jahr im Stichtagsvergleich mit einem Plus von 28 %, bzw. 35 % ab. Die positive Stimmung im Markt zeigt sich ebenfalls bei einem Vergleich des Umsatzwachstums der großen US-Unternehmen im Jahr 2019 von gerade einmal 2 % mit der Kursentwicklung des S&P 500. Die weiterhin expansive Geldpolitik und die politischen Unsicherheiten machte sich auch an den Rentenmärkten bemerkbar. So verringerten sich die Renditen am Euro-Rentenmarkt kontinuierlich. Die Bund-Rendite (zehn Jahre) stabilisierte sich zum Jahresende innerhalb eines Korridors von -0,40 % bis rund -0,19 %. Die Devisenmärkte waren im vergangenen Jahr ähnlich wie die Aktienmärkte von einer geringen Volatilität geprägt. So verzeichnete der Wechselkurs für die Gemeinschaftswährung einen leichten Rückgang von 1,1450 USD zum Jahresende 2018 auf 1,1234 USD Ende 2019. Größeren Kursschwankungen war neben der türkischen Lira allen voran das Britische Pfund ausgesetzt. Diese sind auf die politischen Wirren rund um den Brexit zurückzuführen.

Die Geldpolitik ist weltweit betrachtet weiterhin expansiv ausgerichtet, hierbei verfolgen die US-Notenbank (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) nach wie vor unterschiedliche Zielsetzungen und Expansionsgrade. Nachdem die Fed in den Vorjahren die Geldpolitik gestrafft hat und den Zielkorridor für den Leitzins angehoben hat, fand Mitte des Jahres eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 % bis 2,25 % statt. Diese wurde aufgrund des unsicheren konjunkturellen Ausblicks sowie einem verhalten eingeschätzten Inflationsdruck veranlasst. Zudem fand ein Ankauf von kurzfristigen Staatsanleihen mit einem Volumen von ca. 60 Mrd. US-Dollar durch die Fed statt. Die EZB stellte das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten teilweise ein, verharrt allerdings nach wie vor bei Ihrer Nullzinspolitik. Der Einlagenzinssatz wurde im vergangenen Jahr auf -0,5 % gesenkt. Zudem wurde im Rahmen der „Forward Guidance“ eine zeitnahe Zinserhöhung bis in das Jahr 2020 hinein ausgeschlossen, um den Anzeichen einer sich verlangsamenden Konjunktur entgegenzuwirken.

Die EZB, bzw. Deutsche Bundesbank führt vierteljährlich die Umfrage zum Kreditgeschäft der Banken (Bank Lending Survey, BLS) durch. Die Umfrage erfasst die drei Kreditsegmente Unternehmenskredite, Wohnungsbaukredite sowie Konsumentenkredite und sonstige Kredite an private Haushalte. Die Ergebnisse zum Jahresende 2019 zeigen, dass im Bereich des Firmenkundengeschäfts die Kreditvergabestandards der Banken konservativer ausgestaltet sind. Die Vergabestandards für Konsumentenkredite und Wohnimmobilienfinanzierungen waren hiervon nicht betroffen. Dies ist auf die getrübte Stimmung im Bereich der Industrie sowie die nach wie vor positive Stimmung bei den Konsumausgaben zurückzuführen.

Der Markt für Gewerbeimmobilien zeigte sich im vergangenen Jahr zweigeteilt. Während die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken und Büroflächen hoch ist, stehen die Einzelhandelsmieten unter Druck. Der wachsende Wettbewerbsdruck, u. a. durch den nach wie vor expandierenden Online-Handel lässt die Einzelhandelsmieten im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 % sinken. Hingegen erfreut sich der Büromarkt über einen Mietanstieg im vergangenen Jahr um 6,0 %. Des Weiteren wird der Bereich der Gewerbeimmobilien durch steigende Grundstückspreise, welche im Stichtagsvergleich ein Plus von 6,8 % verzeichnen, getragen. Das Bild am Wohnungsmarkt war nach wie vor bestimmt von knappen Baukapazitäten und Grundstücksmangel. Beide Faktoren spielten eine erhebliche Rolle für den Anstieg der Kaufpreise. Weitreichende Korrekturen am Markt sind aufgrund des Arbeitsmarkts, des nach wie vor knappen Angebotes sowie der anhaltenden Niedrigzinspolitik vorerst nicht zu erwarten. Die vorherrschenden Marktbedingungen boten und bieten dem Gewerblichen Immobilienkundengeschäft ein unverändert gutes Umfeld. Nach wie vor ist der deutsche Bankenmarkt ein herausforderndes Umfeld. Die in den vergangenen Jahren vorherrschenden Marktbedingungen bestehen nach wie vor. So sind Schlagwörter wie Niedrigzinsumfeld, FinTechs, Digitalisierung und geändertes Kundenverhalten allgegenwärtig. Darüber hinaus stellen wachsende regulatorische Vorgaben insbesondere kleine und mittlere Banken vor personelle und umsetzungstechnische Herausforderungen. Trotz des fordernden Marktumfelds gelang es der IBB im vergangenen Geschäftsjahr, ein Ertragswachstum gegen den Markttrend zu erwirtschaften.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

ERTRAGSLAGE

Durch das gezielte Ausnutzen von Nischen konnte sich die IBB im nach wie vor fordernden Marktumfeld erfolgreich  beweisen und das vergangene Jahr mit einem sehr guten Ergebnis abschließen. Beim Zinsergebnis konnte die IBB trotz des anhanltenden Niedrigzinsumfelds eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr absolut als auch in der Zinsmarge realisieren.

Zinsergebnis

Auch im Geschäftsjahr 2019 konnte sich die Bank dem Trend schwindender Margen widersetzen und den Zinsüberschuss und somit das Zins- und Provisionsergebnis steigern. Der Zinsüberschuss stieg um 6,5 Mio. EUR, bzw. 16,0 %. Diese Entwicklung spiegelt ein gestiegenes durchschnittliches Kundenkreditvolumen sowie weiter verbesserte Refinanzierungsbedingungen analog den aktuell gegebenen Marktbedingungen wider.

Aus dem Derivategeschäft mit Firmenkunden und gewerblichen Immobilienkunden ergeben sich für das Geschäftsjahr 2019 keine Erträge, da die Bank in diesem Bereich nicht aktiv war.

Provisionsergebnis und Wertpapierbestände

Mit 4,4 Mio. EUR konnte der Provisionsüberschuss im vergangenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr (4,4 Mio. EUR) stabil gehalten werden. Die Provisionserträge lagen mit 8,1 Mio. EUR unter Vorjahresniveau (11,1 Mio. EUR), die Provisionsaufwendungen waren mit 3,7 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (6,7 Mio. EUR) ebenfalls rückläufig. Die Entwicklung ergibt sich vorrangig aus rückläufigen Provisionserträgen und -aufwendungen im Bereich des Wertpapier- und Depotgeschäfts.

In 2019 fielen Provisionsaufwendungen für Kreditvermittlungen im Gewerblichen Immobilienkundengeschäft in Höhe von 0,1 Mio. EUR und im Bereich Forderungsfinanzierung in Höhe von 1,2 Mio. EUR an (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR bzw 1,2 Mio. EUR). Der Anteil an den Provisionserlösen beträgt für die Bereiche Private Banking 4,8 Mio. EUR, Forderungsfinanzierung 0,4 Mio. EUR und Firmenkunden 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 8,7 Mio. EUR, 0,1 Mio. EUR bzw. 0,5 Mio. EUR).

Per 31. Dezember 2019 belaufen sich die Assets under Management auf 714,8 Mio. EUR und liegen damit 0,8 % unter dem Vorjahreswert in Höhe von 720,3 Mio. EUR. Die Zahl der Kundendepots lag mit 1.490 Stück um 131 Stück unter Vorjahresniveau (1.621 Stück4). Der Dienstleistungsbeitrag im Segment Private Banking lag mit 3,3 Mio. EUR rund 15 % unter dem Vorjahreswert (3,8 Mio. EUR).

Die Erträge aus Prolongationen ausplatzierter Kapitalanlegerdarlehen konnten in Höhe von 0,8 Mio. EUR erzielt werden und gingen in das Provisionsergebnis ein. Damit liegen sie 0,2 Mio. EUR bzw. 33,3 % über dem Vorjahreswert (0,6 Mio. EUR).

Finanz- und Anlageergebnis

Ergänzend zu den Vorschriften des Kreditwesengesetzes (KWG) gelten seit Inkrafttreten im Januar 2014 die Regelungen der CRR – Capital Requirements Regulation (Verordnung (EU) Nr. 575/2013) –, die unmittelbar geltendes EU-Recht darstellen. Für die Eigenmittelanforderungen von Instituten, die Handelsbuchaktivitäten lediglich in geringem Umfang betreiben, besteht nach Artikel 94 der CRR eine Erleichterungsregelung.

Wie bereits im Vorjahr gab es auch im Geschäftsjahr 2019 keine Handelsbuchaktivitäten im Depot A der Bank. Im Handelsbestand befindet sich am Bilanzstichtag keine Position; ein Nettoergebnis aus dem Handelsbestand kommt folglich nicht zum Ausweis. Die IBB kann somit die Erleichterungen des Artikels 94 CRR nutzen.

Im Depot A befinden sich Anleihen mit einem Nominalvolumen in Höhe von 105,0 Mio. EUR, wovon 20,0 Mio. EUR fest und 85,0 Mio. EUR variabel verzinst sind. Bei den Emittenten handelt es sich um deutsche Bundesländer, nationale und europäische Förderbanken, zwei Anstalten des öffentlichen Rechts, eine Genossenschaftsbank sowie eine Hypothekenbank.

Ein Teilbetrag in Höhe von 25,1 Mio. EUR ist der Liquiditätsreserve zugeordnet, 79,9 Mio. EUR dem Anlagebuch. Im Jahr 2019 wurden die letzten Bestände einer bestehenden Aktienposition veräußert, sodass sich nunmehr ausschließlich Anleihen im Depot A befinden. Von dem gesamten Wertpapierbestand wurden 102,5 Mio. EUR in das Pfanddepot der Deutschen Bundesbank eingeliefert; 2,5 Mio. EUR dienen der Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) zur Besicherung durchgeleiteter öffentlicher Fördermittel.

Verwaltungsaufwendungen

Der Verwaltungsaufwand setzt sich aus Personal- und sonstigen Verwaltungsaufwendungen (inkl. AfA) zusammen. Diese Gesamtposition lag bei 26,6 Mio. EUR und somit 1,2 Mio. EUR, bzw. 4,3 % unter dem Vorjahreswert von 27,8 Mio. EUR. Hauptgrund für die rückläufigen Verwaltungsaufwendungen sind die geringeren Abschreibungen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung, welche im Vorjahr aufgrund des Standortwechsels angefallen sind.

Die bereits in der Vergangenheit eingeleiteten und kontinuierlich vorangetriebenen Maßnahmen zur Kosteneinsparung sowie eine entsprechende Kostendisziplin wirken nach wie vor. Ein leicht rückläufiger Verwaltungsaufwand sowie ein gleichzeitig gesteigerter Rohertrag führen in der Summe zu einer deutlich reduzierten Cost Income Ratio (CIR).

Risikovorsorge

Die in den Vorjahren angestoßenen umfangreichen Maßnahmen zur konsequenten Bereinigung und Steuerung des Kreditportfolios sowie der nachhaltigen Risikominderung führen zu einer nach wie vor konstanten Risikovorsorge im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Im Ergebnis erhöhten sich die Nettozuführungen zur Risikovorsorge um 4,9 Mio. EUR auf 5,5 Mio. EUR. Die Zuführungen zu Einzelwertberichtigungen auf Forderungen blieben stabil und erhöhten sich um 0,3 Mio. EUR auf 5,8 Mio. EUR. Der Anstieg der Risikovorsorge ist auf gestiegene Prämien für Kreditversicherungen im Segment Forderungsfinanzierung zurückzuführen. Um der künftigen Neuregelung der Pauschalwertberichtigungen bereits heute Rechnung zu tragen, hat die IBB darüber hinaus aus dem versteuerten Ergebnis erstmalig eine Vorsorgereserve gem. § 340f HGB gebildet.

Betriebsergebnis und Jahresüberschuss

Ein deutlich gesteigerter Zinsüberschuss sowie leicht rückläufige Verwaltungsaufwendungen haben dazu geführt, dass das Betriebsergebnis vor Steuern im Berichtsjahr von 16,2 Mio. EUR um 3,8 Mio. EUR bzw. 23,5 % auf 20,0 Mio. EUR deutlich gesteigert werden konnte.

Der Jahresüberschuss bzw. das Ergebnis nach Steuern beträgt 5,1 Mio. EUR (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR).

4

exkl. Depots ohne Bestand

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das Ziel des Finanzmanagements besteht darin, die IBB risiko- und kostenoptimal mit den erforderlichen finanziellen Mitteln zu versorgen. Insbesondere ist die Zahlungsfähigkeit jederzeit zu gewährleisten. Die Bank verfügt über ein leistungsfähiges Liquiditätsmanagement- und -überwachungssystem.

Als Nischeninstitut legt die IBB ihren geschäftlichen Schwerpunkt auf das Aktivgeschäft im Firmen- und Immobilienkundengeschäft und im Segment Forderungsfinanzierung sowie im Vermögensanlagebereich; Spareinlagen werden nicht angeboten.

Dieses Geschäftsmodell ermöglicht der Bank, ihr Aktiv-/Passivmanagement weitgehend fristenkongruent zu steuern. Das Refinanzierungsrisiko wird durch eine breite Streuung der Finanzierungsquellen, vor allem Kapitalsammelstellen, gesenkt.

Um keine Währungsrisiken einzugehen, erfolgt die Refinanzierung von Fremdwährungsdarlehen über Fremdwährungseinlagen der Kunden. Der Fremdwährungsbestand wurde sukzessive reduziert.

Kapitalstruktur

 

Bei den oben dargestellten Werten handelt es sich um Bruttovolumina (ohne Zinsabgrenzungen und ohne Meta-Anteile etc.). Es ergeben sich daher Differenzen zur handelsrechtlichen Bilanz.

 

Bilanz- und Rentabilitätskennzahlen

Im Geschäftsjahr 2019 konnte die IBB die wesentlichen Rentabilitätskennzahlen stabil halten bzw. verbessern. Die Bilanzsumme von 1.427,0 Mio. EUR ist gegenüber dem Vorjahr um 85,6 Mio. EUR bzw. 5,7 % zurückgegangen. Ebenso war das Geschäftsvolumen um 50,2 Mio. EUR, bzw. 3,0 % rückläufig.

Auf der Aktivseite reduzierte sich das bilanzierte Forderungsvolumen entsprechend von 1.309,9 Mio. EUR um 71,0 Mio. EUR, bzw. 5,4 % auf 1.238,9 Mio. EUR. Hierbei reduzierten sich die Forderungen an Kreditinstitute im Vorjahresvergleich um 51,4 Mio. EUR, bzw. 42,1 % auf 70,7 Mio. EUR.

Auf der Passivseite haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden rückläufig entwickelt – von 1.212,2 Mio. EUR um 87,8 Mio. EUR, bzw. 7,2 % auf 1.124,5 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind ebenfalls mit 10,2 Mio. EUR, bzw. 16,9 % rückläufig und betragen 50,0 Mio. EUR.

Die IBB steuert ausschließlich nach finanziellen Leistungsindikatoren. Dabei werden die absoluten Erträge und Kosten gesteuert. In dieser Systematik erfolgt eine von der Geschäftsstrategie abgeleitete Planung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung.

Das Eigenkapital wird über die Allokation regulatorischer und ökonomischer Limite sowie über die Eigenmittelquote gesteuert. Die Kapital-Zielquoten werden unter Berücksichtigung der durch die EZB aufgestellten zusätzlichen Eigenmittelanforderungen definiert. Die Rentabilitätsziele werden über die Eigenkapitalrentabilität gesteuert.

Kreditvolumen

Das bilanzierte Forderungsvolumen (Kunden) ist im Vorjahresvergleich mit 1,7 % leicht rückläufig. Die Forderungen an Kreditinstitute verzeichneten einen Rückgang um 51,4 Mio. EUR bzw. 42,1 %. Der Abfluss ist auf eine im Stichtagsvergleich geringere vorgehaltene Liquidität zurückzuführen. Der Rückgang des nicht bilanzierten Forderungsvolumens erklärt sich aus dem bereits im Jahr 2008 planmäßig eingestellten Kapitalanlegergeschäft. Bis 2008 wurden die ausgereichten Darlehen nach ihrer Valutierung zu Forderungspaketen gebündelt und an externe Bankenpartner ausplatziert. Die Betreuung und spätere Prolongationen sind bei der IBB verblieben. Aufgrund ausbleibender Prolongationen bzw. einer geringeren Quote von Verlängerungen nimmt diese Position entsprechend ab.

Eigenkapitalausstattung, Liquidität und Refinanzierung

Mit den in den Vorjahren durchgeführten Kapitalmaßnahmen hatte die Bank bereits die Grundlagen für zukünftige aufsichtsrechtliche Eigenkapitalanforderungen und das geplante Wachstum geschaffen. Auch im Geschäftsjahr 2019 wurden erneut Maßnahmen zur Erhaltung und Stärkung des Eigenkapitals durchgeführt. Diese spiegeln sich in der Entwicklung der Gesamtkapitalquote wieder. Seit September 2019 sind Positionen mit besonders hohen Risiken gem. Art. 128 CRR infolge einer technischen Umstellung des IT-Dienstleisters direkt in der Gesamtkapitalquote berücksichtigt.

Die seit 1. Oktober 2015 zu erfüllende Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio – LCR) liegt zum 31. Dezember 2019 bei 638,25 %. Die LCR lag im Zwölfmonatsdurchschitt bei 299,07 %. Eine Unterschreitung der geforderten Mindestquote für das Jahr 2019 von 100 % lag nicht vor.

Rückflüsse aus fälligen Darlehen erhöhten die Liquidität und somit die LCR. Gegenläufige Neukreditvergaben verzögerten sich in den Januar 2020.

Für die IBB gilt derzeit ein SREP5-Zuschlag in Höhe von 1,0 %, der sich wie folgt zusammensetzt:

  1. Kapitalzuschlag aufgrund des Zinsänderungsrisikos -> 0,0 % 

  2. Kapitalzuschlag aufgrund weiterer wesentlicher Risiken -> 1,0 %

Die Refinanzierungsstruktur der IBB zeigte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr unverändert stabil. Nach wie vor stellen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden die mit Abstand größte Refinanzierungsquelle dar. Innerhalb dieser Position stammen wesentliche Teile der Mittel von Kapitalsammelstellen, beispielsweise Versicherungen oder Kommunen.

Innerhalb der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ (50,0 Mio. EUR) werden auch durchgeleitete öffentliche Fördermittel in Höhe von 37,5 Mio. EUR ausgewiesen.

Bei verschiedenen Partnerbanken bestehen Geldhandelslinien, die im Rahmen der Dispositionen fallweise genutzt werden. Eventuell auftretender Spitzenbedarf an Liquidität kann primär durch Refinanzierungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bundesbank gedeckt werden. Zu diesem Zweck werden Wertpapiere im Pfanddepot hinterlegt. Im Jahr 2019 ist es zu keinem Liquiditätsengpass gekommen.

 

Beteiligungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zwei der bisher vier geschlossenen Fonds, bei denen es sich allesamt um Rettungserwerbe handelt, unverändert gehalten:

  • "CityCenter Chemnitz KG" (2,60 % des Gesellschaftskapitals)

  • "Sachwert Rendite-Fonds Indien GmbH & Co. KG" (0,06 % des Gesellschaftskapitals)

Sämtliche Beteiligungen sind auf einen Wert von 0,00 EUR abgeschrieben.

Zudem wurden die Anteile an der BF.direkt AG, welche im Depot A geführt wurden, veräußert.

Gesamtaussage zu Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Die IBB konnte den Erfolg aus dem Jahr 2018 im Jahr 2019 nochmals steigern und schloss das vergangene Geschäftsjahr mit dem besten Betriebsergebnis seit ihrem Bestehen ab. Der Zinsüberschuss konnte gegenüber dem Vorjahr durch ein gestiegenes durchschnittliches Kreditvolumen sowie anhaltend günstige Refinanzierungsbedingungen deutlich gesteigert werden. Positiv beeinflusst wurde diese Entwicklung durch gesteigerte und deutlich über Plan liegende Zinserträge und einen rückläufigen Zinsaufwand.

In den Segmenten Firmenkunden und Private Banking ist das Marktumfeld unverändert schwierig. Im Private Banking setzte sich der Volumensrückgang aus dem Vorjahr fort, konnte aber deutlich abgemildert werden. Ein Grund hierfür findet sich in der im Vergleich zu den Marktindizes verhaltenen Wertentwicklung der IBB-Manufakturfonds. Die Ergebnisbeiträge aus dem Gewerblichen Immobilienkundengeschäft und aus dem Segment Forderungsfinanzierung haben sich weiterhin sehr gut entwickelt. Über alle Segmente hinweg sind die Provisionserlöse im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Auf der Aufwandsseite ist festzuhalten, dass die Verwaltungsaufwendungen auf Vorjahresniveau und somit unter Plan gehalten werden konnten.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Ertragslage weiter verbessert werden konnte.

Die Kundenkreditvolumina betrugen zum Jahresende 2019 1.168,2 Mio. EUR und lagen somit 7,2 % unter dem geplanten Prognosewert aus 2018. Wesentliche Ursache war ein bewusster Portfolioabbau im Firmenkundenbereich. Als Wachstums- und Volumenstreiber kann der Bereich Forderungsfinanzierung genannt werden. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass eine verstärkte Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern bei Finanzierungen erfolgte und Teile der genehmigten Kreditvolumen ausplatziert wurden.

Obwohl rückläufig, bildet den größten Anteil an den Kundenkreditvolumina nach wie vor das Segment Gewerbliche Immobilienkunden mit einem Kreditvolumen zum Jahresende 2019 in Höhe von 471,5 Mio. (Vorjahr: 507,6). Hingegen konnte im Segment Forderungsfinanzierung im Vorjahresvergleich ein Anstieg der Kreditvolumina um 58,7 Mio. EUR auf 356,0 Mio. EUR verzeichnet werden.

Die Risikovorsorge betrug 5,5 Mio. EUR. Hierbei sind Aufwendungen für Kreditversicherungen in Höhe von 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR) inkludiert. Der Anstieg ist auf die gesteigerten Kreditvolumina unter Einhaltung adäquater Maßnahmen zum Risikotransfer im Bereich Forderungsfinanzierung zurückzuführen.

Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (§ 340g HGB) wurden in 2019, 5,6 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) zugeführt. Erstmalig wurde im Hinblick auf die neuen Regelungen der Pauschalwertberichtigungen eine Vorsorgereserve auf Forderungen (§ 340f HGB) in Höhe von 3,2 Mio. EUR gebildet.

Das Ziel 2019, ein Betriebsergebnis vor Steuern (HGB) und vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 14,9 Mio. EUR zu erreichen, wurde ohne Berücksichtigung der Gewinnabführung um 1,5 Mio. EUR übertroffen und liegt damit bei 16,4 Mio. EUR.

Somit konnte nach Gewinnabführung und Zuführung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken ein Jahresüberschuss in Höhe von 5,1 Mio. EUR ausgewiesen werden.

5

Supervisory Review and Evaluation Process (aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess)

MITARBEITER

MITARBEITER

Die Anzahl an Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2019 ist im Vergleich zum Vorjahr um zwei gestiegen. Hierbei erhöhte sich die Mitarbeiteranzahl in Teilzeitbeschäftigung um drei, während es bei den Mitarbeitern in Vollzeit einen Rückgang um eins gab.

Nach dem Ausscheiden des Vorstands für den Bereich Private Banking verringerte sich die Anzahl der Vorstände im vergangenen Jahr von drei auf zwei. Zukünftig wird das Vorstandsgremium der IBB generell aus zwei Vorständen bestehen. Zum Jahresende schied der bisherige Vorstand für den Marktbereich altershalber aus. Ein Nachfolger konnte zum 01.01.2020 bestellt werden.

Im Bereich der Aufbauorganisation wurde entschieden, die Funktion der Zentralen Stelle nach einigen Jahren der Auslagerung zukünftig wieder selbst abzubilden. Die Funktion ist in der Gruppe Zentrale Stelle | Recht gebündelt und ist direkt dem Vorstand Marktfolge unterstellt.

Zusätzlich wurden alle Mitarbeiter im vergangenen Geschäftsjahr ausführlich in die Geschäfts- und Risikostrategie für das kommende Jahr eingewiesen. In diesem Zusammenhang wurde mit den Beschäftigten auch das Thema Risikokultur in der IBB vertieft behandelt. Dies stellt den zukünftigen Erfolg unter bewusster Berücksichtigung risikorelevanter Faktoren sicher.

Die Fluktuationsrate ist gegenüber 2019 rückläufig. Die frei gewordenen Stellen wurden entsprechend nachbesetzt. Bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter sowie der Besetzung von frei gewordenen Stellen setzt die IBB nach wie vor auf die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte. So befanden sich zum Jahresstichtag sieben Mitarbeiter in einem DHBW-Studium, absolvierten ein Traineeprogramm oder eine Kreditausbildung.

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Die angegebene Mitarbeiteranzahl umfasst auch die Mitarbeiter in Elternzeit sowie die dualen Studenten.

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Die Fluktuationsrate beinhaltet alle Abgänge der IBB, die von Mitarbeitern durch eine Eigenkündigung initiiert wurden.

RISIKOBERICHT

RISIKOBERICHT

Das Risikomanagement der IBB ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen, angemessen zu bewerten und zu limitieren. Hierzu erfolgen im Rahmen eines Risikomanagementprozesses die Risikoerkennung, die Risikobewertung, das Risikocontrolling, das Risikoreporting sowie die Risikosteuerung aller als wesentlich eingestuften Risiken. Das Ziel des Risikomanagements ist eine zielkonforme und systematische Risikosteuerung. Ausgehend von der strategischen Geschäftsausrichtung legt der Vorstand die risikopolitischen Grundsätze fest, die zusammen mit der Risikolimitierungsstruktur in der Geschäfts- und Risikostrategie verankert sind.

Risikobericht

ORGANISATION DES RISIKOMANAGEMENTS

Risikomanagement auf Institutsebene 

Der Vorstand ist für ein dem Umfang, der Komplexität und dem Risikogehalt der betriebenen oder beabsichtigten Geschäfte der Bank entsprechendes und funktionsfähiges Risikomanagementsystem (RMS) – ungeachtet der organisatorischen Zuordnung zum Marktfolgevorstand – gesamtverantwortlich. Dies schließt die regelmäßige Überprüfung und fortlaufende Weiterentwicklung des Systems, die Festlegung und Anpassung der Geschäfts- und Risikostrategie, die Limitierung von Risiken sowie die Berichterstattung an den Aufsichtsrat mit ein.

Die Risikocontrolling-Funktion der IBB ist bis einschließlich der Ebene der Geschäftsleitung organisatorisch von den Bereichen getrennt, die für die Initiierung bzw. den Abschluss von Geschäften verantwortlich sind. Somit wird die notwendige organisatorische Unabhängigkeit innerhalb des Instituts gewährleistet. Die Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) an die Risikocontrolling-Funktion und deren Leitung werden dabei eingehalten.

Risikomanagement auf Gruppenebene

Die Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH (Muttergesellschaft der IBB) ist eine Finanz-Holding-Gesellschaft. Gemeinsam mit der IBB stellt sie somit eine Finanzholdinggruppe dar. Weitere konsolidierungspflichtige Unternehmen gibt es nicht. Die Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH hat für die Bank den alleinigen Geschäftszweck einer Muttergesellschaft ohne operatives Geschäft. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen der jährlichen Risikoinventur keine wesentlichen Risiken bei der Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH identifiziert. Der Umfang des Risikomanagements und die Art der verwendeten Methoden der IBB werden daher auf die Einzelinstitutsebene beschränkt. Die IBB betreibt kein Risikomanagement auf Gruppenebene und wird in keine andere Gruppe im Rahmen des Risikomanagements mit einbezogen.

Risikobericht

GESAMTRISIKOEINSCHÄTZUNG

Grundlage eines wirksamen Risikomanagements ist die vollständige Information der betroffenen Funktionseinheiten über alle wesentlichen Risiken. Gemäß den MaRisk erstellt die Bank einen vierteljährlichen Bericht, um einen Überblick über die wesentlichen Risiken auf Gesamtbankebene zu erhalten. Darin enthalten sind Auszüge aus den monatlichen Berichten zur Liquiditätslage, zum Kreditnehmerrisiko, zum Marktpreisrisiko, aus dem vierteljährlichen OpRisk-Report, aus der vierteljährlichen ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit, aus der jährlichen bzw. anlassbezogenen normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit sowie Strukturmerkmale zum Neugeschäft des Kreditportfolios. Sämtliche Berichte werden laufend an die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen angepasst.

Im Jahr 2019 wurde die Konzeption der Risikotragfähigkeit neu ausgerichtet unter Berücksichtigung der neuen aufsichtlichen Erwartungen an das bankinterne Risikotragfähigkeitskonzept und dessen prozessuale Einbindung in die Gesamtbanksteuerung gemäß Risikotragfähigkeitsleitfaden vom 24. Mai 2018. Das neue Risikotragfähigkeitskonzept beschreibt zwei sich gegenseitig ergänzende, komplementäre Steuerungsperspektiven: die ökonomische und die normative Perspektive. Ergänzend werden in beiden Perspektiven Stresstests zur Bewertung der Anfälligkeit der IBB für außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Ereignisse durchgeführt.

Die normative Perspektive ist als Gesamtheit der regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie der darauf basierenden internen Anforderungen zu verstehen. Relevante Steuerungsgrößen für die IBB sind insbesondere die Kapitalgrößen Kernkapitalanforderung gemäß CRR, SREP-Gesamtkapitalanforderung, kombinierte Pufferanforderung und Eigenmittelzielkennziffer sowie die Ergebnisgrößen Höchstverschuldungsquote (Leverage-Ratio), Großkreditgrenzen, Cost-Income-Ratio und Zinsänderungsrisikokoeffizient. Die Einhaltung der genannten Größen muss laufend sichergestellt werden. Darüber hinaus muss gewährleistet werden, dass diese Größen auch in Zukunft eingehalten werden. Die IBB erstellt eine Kapitalplanung für das laufende Jahr sowie drei Folgejahre. Die Planung berücksichtigt auch mögliche adverse Entwicklungen, die von den Erwartungen abweichen. Die Aufstellung der Kapitalplanung (Planszenario und adverses Szenario) erfolgt mindestens jährlich im Rahmen der Geschäftsplanung. Eine anlassbezogene Kapitalplanung wird bei sich abzeichnenden Veränderungen oder Abweichungen der im Plan unterstellten Annahmen durchgeführt.

In der ökonomischen Perspektive werden alle wesentlichen Risiken quantifiziert, welche die Substanz des Instituts unabhängig von der Berücksichtigung von Bilanzierungskonventionen belasten können. Dies erfolgt mithilfe der Risikotragfähigkeitsrechnung, in welcher Risikodeckungspotenzial und Risiken gegenübergestellt werden. Die IBB verfolgt hierfür einen barwertigen Ansatz. Sofern Risiken durch ihre Eigenart nicht sinnvoll barwertig ermittelt werden können, werden diese barwertnah ermittelt. Die ökonomische Perspektive basiert dabei auf individuellen Methoden zur Aufstellung des Risikodeckungspotenzials sowie der dazu konsistenten Quantifizierung von Risiken. Für die Risikomessung ist ein einheitliches Konfidenzniveau in Höhe von 99,9 % vorgesehen. Zur Risikosteuerung wird das Risikodeckungspotenzial im Rahmen einer Limitsteuerung auf einzelne Risikoarten allokiert und ggf. in Unterlimite aufgeteilt. Diese Risikolimite stellen die Risikoneigung der Geschäftsleitung dar und dienen der Ableitung von Steuerungsmaßnahmen. Den einzelnen Risikolimiten werden im Bericht die quantifizierten Risikopotenziale gegenübergestellt. Dabei wird das Risikopotenzial grundsätzlich als negative Abweichung vom Erwartungswert definiert. Die erwarteten Wertänderungen sind im Risikodeckungspotenzial abgebildet. Die ökonomische Perspektive wird in einem vierteljährlichen Turnus zum Quartalsende erstellt und berichtet.

 

Auswikungen des adversen Szenarios auf die regulatorischen Kapitalquoten

Im Rahmen des adversen Szenarios werden die regulatorischen Mindestanforderungen eingehalten.

Zum 31. Dezember 2018 belief sich das Risikodeckungspotenzial auf 70,1 Mio. EUR und die Risikodeckungsmasse auf 67,9 Mio. EUR. Die Summe der Risiken betrug 63,9 % der Risikodeckungsmasse. Bestandsgefährdende Risiken sowie Risiken, die über das übliche geschäftliche Maß hinausgehen, waren nicht erkennbar.

Die Risikotragfähigkeit ist gegeben, wenn die Summe der Risikopotenziale das Risikodeckungspotenzial des jeweiligen Stichtages nicht übersteigt. Dies war bei der IBB im gesamten Jahr 2019 gewährleistet.

Zum 31. Dezember 2019 belief sich das ökonomische Risikodeckungspotenzial auf 209 Mio. EUR. Die Summe der Risiken betrug 31,43 % des Risikodeckungspotenzials. Bestandsgefährdende Risiken sowie Risiken, die über das übliche geschäftliche Maß hinausgehen, waren nicht erkennbar.

In der normativen Perspektive besteht das Risiko in der Abweichung zwischen Planszenario und adversem Szenario. Zum 31.12.2019 sind die Auswikungen des adversen Szenarios auf die regulatorischen Kapitalquoten der obenstehenden Tabelle zu entnehmen.

Risikobericht

GESCHÄFTS- UND RISIKOSTRATEGIE

Die Ausgestaltung des RMS orientiert sich an der festgelegten Geschäfts- und Risikostrategie. Für die Ausarbeitung dieser Strategien ist der Gesamtvorstand verantwortlich. In der Geschäfts- und Risikostrategie werden Unternehmensziele und Ma.nahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs sowie das Grundverständnis der Bank zu wesentlichen geschäftspolitischen Fragen dargestellt.

Die Risikostrategie ist Bestandteil der Geschäftsstrategie und legt in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und bankaufsichtsrechtlich zu beachtenden Anforderungen den grundsätzlichen Umgang mit Risiken innerhalb der Bank fest.

Geschäfts- und Risikostrategie der Bank werden mindestens jährlich überprüft, ggf. aktualisiert und dem Aufsichtsrat – als Aufsichtsorgan der Bank – zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

 

 

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Geschäfts- und Risikostrategie


Die Ausgestaltung des RMS orientiert sich an der festgelegten Geschäfts- und Risikostrategie. Für die Ausarbeitung dieser Strategien ist der Gesamtvorstand verantwortlich. In der Geschäfts- und Risikostrategie werden Unternehmensziele und Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs sowie das Grundverständnis der Bank zu wesentlichen geschäftspolitischen Fragen dargestellt.

Die Risikostrategie ist Bestandteil der Geschäftsstrategie und legt in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und bankaufsichtsrechtlich zu beachtenden Anforderungen den grundsätzlichen Umgang mit Risiken innerhalb der Bank fest.

Geschäfts- und Risikostrategie der Bank werden mindestens jährlich überprüft, ggf. aktualisiert und dem Aufsichtsrat – als Aufsichtsorgan der Bank – zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Risikoerkennung

Zur Beurteilung des Gesamtrisikoprofils und der für das Institut wesentlichen Risiken wird mindestens jährlich und anlassbezogen eine Risikoinventur durchgeführt. Gegenstand ist die Überprüfung bestehender und die Ermittlung etwaiger neuer wesentlicher Risiken unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen. Die als wesentlich eingestuften Risiken ergeben sich unmittelbar aus der operativen Geschäftstätigkeit der Bank und wurden in der letzten Risikoinventur wie folgt identifiziert:


Ökonomische Perspektive:

  • Adressausfallrisiken Kundengeschäft

  • Adressrisiken Eigengeschäft in den Ausprägungen des Migrations-, Ausfall- und Spreadrisikos

  • Operationelle Risiken (OpRisk) s.S. 34


  • Normative Perspektive:

  • Adressrisiko (inkl. CVA-Charge)

  • Operationelles Risiko

  • Liquiditätsrisiko strukturell

  • Vertriebs- und Absatzrisiko

Im Rahmen der Risikoinventur wurde das Liquiditätsrisiko im Sinne des ILAAPs8 als wesentlich klassifiziert. Das Liquiditätsrisiko in den Ausprägungen des dispositiven und strukturellen Liquiditätsrisikos wirkt sich über Risikofaktoren (Abrufrisiko, Terminrisiko, Bonitätsrisiko, Produktrisiko inkl. Platzierungsrisiko, systemisches Liquiditätsrisiko) auf die Zahlungsunfähigkeit der IBB aus. Das Risiko kann nicht sinnvoll mit Risikodeckungspotenzial unterlegt werden, daher wird das Risiko in einem separaten Steuerungskreis zur Liquidität berücksichtigt.

Die Bank ermittelt im Rahmen der jährlichen Risikoinventur mögliche neue Risikofelder sowie die Entwicklung der bestehenden Risiken unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen. Auffälligkeiten in den jeweiligen Risikoausprägungen unterliegen einer unterjährigen Beobachtung und werden in der jährlichen und anlassbezogenen Risikoinventur (bzw. im Rahmen eines Anpassungsprozesses gemäß AT 8 MaRisk) analysiert und dokumentiert.

Risikobewertung

Die als wesentlich eingestuften Risiken werden im Rahmen der Risikobewertung quantitativ und qualitativ evaluiert. Als Grundlage dienen die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die regelmäßige Risikoberichterstattung. Im Rahmen der quantitativen Analyse nutzt die Bank Module aus dem Gesamtbanksteuerungssystem VR-Control. der Fiducia & GAD IT AG sowie Module der parcIT GmbH. Die Nutzung dieser Systeme wird regelmäßig im Rahmen von Workshops mit der Fiducia & GAD IT AG überprüft und systematisch weiterentwickelt.

Risikocontrolling und -reporting

Die unmittelbare und vollständige Information der Organisationseinheiten über die sie betreffenden wesentlichen Risiken bildet das Fundament einer wirksamen Risikoüberwachung und -kommunikation. Für die regelmäßige Risikoberichterstattung sind deshalb feste Kommunikationswege und Informationsempfänger bestimmt. Die Erstellung und Kommunikation des Risikoreportings erfolgt durch die Risikocontrolling-Funktion. Die Risikoüberwachung und Risikokommunikation der Bank werden ausführlich in der Rahmenanweisung für das Risikomanagement dargestellt. Nach dem Prinzip der dezentralen Risikosteuerung verantworten auf operativer Ebene die Risikoinhaber (Führungskräfte sowie Prozess- und Produktverantwortliche) die für ihre Bereiche relevanten Risiken.

Der Informations- und Kommunikationsprozess wird von der Internen Revision - als prozessunabhängige Institution - geprüft und beurteilt. Das Überschreiten vorgegebener Warn- und Schwellenwerte führt unverzüglich nach entsprechender Kenntnis zu einer Ad-hoc-Berichterstattung an den zuständigen Vorstand bzw. Gesamtvorstand. Beim Auftreten von neuen Risiken, für die noch keine Regelungen getroffen wurden, sind der unmittelbare Vorgesetzte sowie das Risikomanagement durch die Risikoinhaber unverzüglich zu informieren. Der Aufsichtsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Darüber hinaus wird der Aufsichtsrat bei unter Risikogesichtspunkten wesentlichen Sachverhalten ad hoc informiert.

Risikosteuerung

Die Risikosteuerung umfasst die Summe aller Maßnahmen zur limitadäquaten Begrenzung, Verringerung, Vermeidung oder Übertragung von Risiken.

Voraussetzungen hierfür sind die laufende Überwachung der Risiken und die unmittelbare Kommunikation der aktuellen Risikosituation, insbesondere durch die Risikoinhaber. Ziel ist es, das Risikoniveau gemäß Vorgabe der Risikostrategie zu steuern. Aufgabe der Risikosteuerung ist somit nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern vielmehr eine zielkonforme und systematische Risikohandhabung.

Dabei sind folgende Grundsätze zu beachten:

  • Verzicht auf Geschäfte, deren Risiko vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit und der Risikostrategie der Bank nicht vertretbar ist

  • Systematischer Aufbau von Geschäftspositionen, bei denen Ertragschancen und Risiken in angemessenem Verhältnis stehen

  • Risikobegrenzung durch Übertragung nicht strategiekonformer Risiken auf andere Marktteilnehmer
    (z. B. über Versicherungsverträge oder Schließung offener Positionen über Derivate)

  • Gezielte Steuerung und weitgehende Vermeidung von Risikokonzentrationen

  • Schadensbegrenzung durch aktives Management aufgetretener Schadensfälle

Des Weiteren führt die IBB Stresstests für die wesentlichen Risikoarten durch. Die den Stresstests zugrunde liegenden Annahmen werden in regelmäßigen Abständen, jedoch mindestens jährlich, überprüft und ggf. angepasst. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Stresstests werden verwendet, um Handlungs- und Steuerungsmaßnahmen abzuleiten.

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Internal Liquidity Adequacy Assessment Process.

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ÜBERPRÜFUNG DER METHODEN UND VERFAHREN

Die IBB führt eine Überprüfung der Methoden und Verfahren zur Risikomessung sowie eine Überprüfung der Angemessenheit der Methoden und Verfahren zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit durch. Zusätzlich werden die ermittelten Risikowerte einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Des Weiteren erfolgt eine Überprüfung der verwendeten Verfahren und Methoden auf Basis der Ergebnisse der Risikoinventur unter Berücksichtigung des Gesamtrisikoprofils sowie der ermittelten Risikokonzentrationen. Die wesentlichen zugrunde liegenden Annahmen werden von der Geschäftsleitung genehmigt.

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GESAMTRISIKOPROFIL

Adressrisiken

Die Adressrisiken der IBB setzen sich aus den folgenden Risikoarten zusammen:

Adressausfallrisiko Kundengeschäft (Ausfall- und Migrationsrisiko)

Als Adressrisiko im Kundengeschäft wird das Risiko eines wirtschaftlichen Verlustes aufgrund eines Ausfalls oder einer Bonitätsverschlechterung eines Kreditnehmers verstanden. Das Adressrisiko beinhaltet, dass ein Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht oder nur zum Teil nachkommen kann. Der entstehende Wertverlust kann folgende Bestandteile enthalten: Forderungsausfall, entgangene Zinszahlungen, Kosten für die Rechtsverfolgung sowie sonstige Kosten. Das Adressrisiko findet seine besondere Ausprägung im Ausfallrisiko und im Migrations- bzw. Bonitätsrisiko (Bonitätsverschlechterung). Die Höhe des Ausfallrisikos auf Einzelgeschäftsebene richtet sich in erster Linie nach der Höhe der Forderungen, der Bonität und der Herkunft des Schuldners. Gleichzeitig sind dessen geleistete Sicherheiten und die Kreditlaufzeit relevant.

Adressrisiken Eigengeschäft (Migrations-, Ausfall- und Spreadrisiko)

Das Adressrisiko im Eigengeschäft ist das Risiko, dass die Gegenpartei ausfällt und eine ursprünglich abgesicherte Position zum aktuellen Marktkurs abgewickelt werden muss (Ausfallrisiko). Das Risiko findet seinen Ausdruck im Wiedereindeckungsrisiko, dem Vorleistungsrisiko sowie dem Abwicklungsrisiko. Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr von Wertschwankungen eines Geschäfts aufgrund der Migration in eine andere Ratingklasse. Auf dem Zinsmarkt bezeichnet Credit Spread die Risikoprämie, die der Emittent dem Käufer als Versicherung zahlen muss, um das eingeschätzte Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit vonseiten des Emittenten abzudecken.

Die Adressrisiken stellen das größte Risiko der Bank dar. Hierunter fallen sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Kundengeschäfte und Geschäfte mit Kreditinstituten.

Die in der Geschäftsstrategie definierten Kundengeschäfte bergen in sich Risikokonzentrationen bezüglich Regionen, Branchen, Größenklassen und Sicherheiten. Für diese Risikokonzentrationen bestehen Limite im Bestandsgeschäft.

Zur Risikoklassifizierung verwendet die IBB die Ratingverfahren der CredaRate Solutions GmbH. Die CredaRate Solutions GmbH führt eine jährliche Validierung der Verfahren durch und unterstützt das Institut bei der Erstellung eines bankindividuellen Angemessenheitsnachweises. Im Rahmen des Adressrisikos Eigengeschäft wird teilweise auf externe Ratings anerkannter Ratingagenturen zurückgegriffen.

Im Rahmen der Bewertung von Sicherheiten zur Kreditrisikominderung hat die IBB einheitliche Standards und Beleihungsgrenzen je Sicherheitenart festgelegt. Bei der Festlegung der Beleihungsgrenzen hat sich die IBB an branchenüblichen Werten orientiert, welche jährlich auf Basis einer Analyse der Verwertungsquoten je Sicherheitenart plausibilisiert werden. Ebenso sind Regelungen für eine regelmäßige und anlassbezogene Überprüfung der Sicherheitenwerte implementiert, um möglichen Veränderungen der Werthaltigkeit der Sicherheiten Rechnung zu tragen.

Bis auf wenige Ausnahmen werden Geschäfte in einem Zwei-Voten-Verfahren beschlossen und unterliegen vor Auszahlung einer strengen Kontrolle durch ein internes Kontrollsystem. Dieses wird durch Frühwarnindikatoren ergänzt, um Risiken frühzeitig erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die IBB hat objektive Verfahren und Kriterien festgelegt, anhand derer sich die Bildung der Risikovorsorge und die Zuordnung von Kunden in Ausfallklassen orientieren. Dabei orientiert sich die IBB an den regulatorischen sowie handelsrechtlichen Vorgaben zur Bildung der Risikovorsorge und Zuordnung von Kunden bzw. Forderungen zu Ausfallklassen.

Die Bezugsgröße der Risikoberichterstattung stellt das Netto-Blankorisikovolumen dar. Dieses ist in den folgenden Grafiken für das Kundengeschäft dargestellt und entspricht dem höheren Betrag aus Inanspruchnahme bzw. Kreditzusage inkl. Berücksichtigung von Sicherheiten und Einzelwertberichtigungen.

Risikoklassifizierung

Die Einteilung der obenstehenden Grafik orientiert sich an der Risikoeinstufung nach Prüfungsberichtsverordnung. Dabei wird ab einer Ausfallwahrscheinlichkeit von mehr als 4 % von einem erhöhten Ausfallrisiko ausgegangen. Im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeitsbetrachtung wendet die IBB statistische Verfahren und Modelle (Kreditportfoliomodelle) zur Risikoquantifizierung an. Dabei wird im Kundengeschäft das Modell Credit Risk+ erweitert um einen PD-Shift und im Eigengeschäft das Modell Credit Risk Metrics verwendet. Der Risikobetrachtungshorizont ist ein Jahr, das Konfidenzniveau 99,9 %. Die Adressrisiken haben in der ökonomischen Risikotragfähigkeitsbetrachtung zum 31.12.2019 einen Anteil von 86,47 % an der Summe der Risiken.

Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung wendet die IBB statistische Verfahren und Modelle (Kreditportfoliomodelle) zur Risikoquantifizierung an. Dabei wird im Kundengeschäft das Modell Credit Risk+ und im Eigengeschäft das Modell Credit Risk Metrics verwendet. Der Risikobetrachtungshorizont ist 1 Jahr, das Konfidenzniveau 99 %.

Die Adressrisiken haben in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung zum 31.12.2018 einen Anteil von 77,0 % (Vorjahr: 85,7 %) an der Summe der Risiken.

Netto-blankorisikovolumen nach Regionen (Kundengeschäft)

  

Netto-blankorisikovolumen nach Größenklassen (Kundengeschäft)

Netto-blankorisikovolumen nach Branchen (Kundengeschäft)

Marktpreisrisiken

Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung stellt das Marktpreisrisiko kein wesentliches Risiko für die IBB dar. Dies wurde auf Basis der in 2019 durchgeführten Risikoinventur identifiziert. In der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit erfolgt eine Berücksichtigung des Rundschreibens bezüglich der Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Ebenso erfolgt eine Überwachung des Zinsänderungsrisikos im Rahmen des monatlichen Reportings zum Marktpreisrisiko und der zugehörigen Risikositzung. Sollten sich Änderungen ergeben, die die Einschätzung der Wesentlichkeit des Marktpreisrisikos beeinträchtigen, wird die Einschätzung im Rahmen einer anlassbezogenen Risikoinventur überprüft.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko (auch in Währung) kann als negative Abweichung des Zinsüberschusses von einem zuvor erwarteten Wert verstanden werden. Steigende Zinsen führen bei einem passivischen Elastizitätsüberhang zu höheren Refinanzierungskosten und damit zu einer Verminderung der Zinsspanne. Das Bewertungsrisiko gibt die Verluste an, die durch Marktpreisschwankungen von Wertpapieren entstehen. Das Risiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes einer Zinsposition, die auf eine Veränderung der Marktpreise zurückzuführen ist. So ist darunter beispielsweise der Kursrückgang einer im Portfolio gehaltenen Schuldverschreibung zuzuordnen, die auf einen Anstieg des Marktzinses zurückzuführen ist. Die Abschreibungsrisiken werden für das gesamte Depot A dargestellt.

Um das Zinsänderungsrisiko so gering wie möglich zu halten, ist das Ziel der IBB, sich fristenkongruent zu refinanzieren.

Die IBB wird durch eine konservative Anlagestrategie bei den Wertpapieren das Marktpreisrisiko so niedrig wie möglich halten. Die Bank betreibt als Nichthandelsbuchinstitut keine Handelsbuchgeschäfte. In der Liquiditätsreserve und dem Anlagebuch werden ausschließlich Wertpapiere gehalten, die zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben erforderlich sind.

Um Marktpreisrisiken aus Finanztermingeschäften mit Kunden zu vermeiden, werden kongruente Gegengeschäfte abgeschlossen.

Über das Marktpreisrisiko wird im monatlichen Markt-Risiko-Report berichtet. Dieser beinhaltet eine Zinsbindungs- und Zinsablaufbilanz, die Geschäftsvorschaurechnung inkl. der Zinsszenarien (auch Risiko- und Stressszenarien) sowie eine Übersicht über das Depot A. In Abgrenzung zum Adressrisiko sind im Marktpreis- Risikoreport keine bonitäts- und spreadinduzierten Marktpreisänderungen enthalten. Diese werden von der IBB dem Adressrisiko Eigengeschäfte zugeordnet.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko der IBB besteht aus folgendem wesentlichen Risiko:

 

Dispositives Liquiditätsrisiko

Als Liquiditätsrisiken im engeren Sinn (dispositives Liquiditätsrisiko) sind Risiken aufgrund von unzureichender Zahlungsbereitschaft definiert, das heißt, die Zahlungsverpflichtung kann im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht erfüllt werden. Das dispositive Liquiditätsrisiko basiert auf den Faktoren Abrufrisiko, Terminrisiko und Bonitätsrisiko.

Das oberste Ziel der Bank ist es, sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können. Aus diesem Grund strebt die Bank eine ausreichende Diversifizierung der Refinanzierungsquellen an und hält einen ausreichend groß bemessenen Liquiditätspuffer vor. Für die Begrenzung der Abhängigkeit von einzelnen Refinanzierungspartnern und Refinanzierungsarten wurden Limite einführt, die fortlaufend überwacht werden. Das dispositive Liquiditätsrisiko ist durch folgende  Risikounterfaktoren gekennzeichnet:

Abrufrisiko

unerwartete Inanspruchnahme von Kreditlinien und/oder unvorhergesehene Verfügungen über Einlagen

Terminrisiko

nicht fristgerechter Eingang von Tilgungs- und/oder Zinszahlungen

Bonitätsrisiko

(eigene Bonität = unsystematisches Liquiditätskostenrisiko)

Strukturelles Liquiditätsrisiko

Als Liquiditätsrisiken i. S. von unzureichender Marktliquidität sind sowohl Risiken aufgrund von unzulänglicher Markttiefe oder Marktstörungen als auch Refinanzierungsrisiken definiert. Im ersten Fall können Geschäfte nicht oder nur mit Verlusten aufgelöst bzw. glattgestellt werden. Im zweiten Fall können Anschlussgeschäfte nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden.

Das dispositive Liquiditätsrisiko kann aufgrund seiner Eigenart nicht sinnvoll durch Risikodeckungspotenzial begrenzt bzw. abgedeckt werden, sondern muss durch ausreichend Fundingpotenzial (Liquiditätsreserven bzw. Refinanzierungsquellen) abgedeckt werden. Aus diesem Grund verzichtet die IBB auf die Darstellung und Berücksichtigung des dispositiven Liquiditätsrisikos in der Risikotragfähigkeitsberechnung.

Für das strukturelle Liquiditätsrisiko gilt, dass die Verteuerung der Refinanzierung im adversen Szenario der normativen Perspektive berücksichtigt wird.

Die Liquiditätsrisiken der IBB werden mittels eines zweiten Steuerungskreislaufs berücksichtigt und in den Risikosteuerungs- und -controlling-Prozess eingebunden.

Die Liquiditätsrisiken werden mindestens monatlich sowie anlassbezogen von einem Risikokomitee im Rahmen einer Liquiditätsrisiko-Sitzung analysiert und beurteilt. Grundlage der Sitzung ist der monatlich erstellte Liquiditätsrisiko-Report, der detailliert die Refinanzierung der Bank nach Laufzeiten, Quellen und Arten aufzeigt. Darüber hinaus wird mittels Liquiditätsablaufbilanzen die künftige Liquiditätssituation dargestellt und im Rahmen von Stressbetrachtungen analysiert, welche Auswirkung Veränderungen von Risikofaktoren auf die Liquiditätssituation der Bank haben.

Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder aufgrund von externen Ereignissen eintreten. Diese Definition schließt strategische Risiken oder Reputationsrisiken nicht mit ein.

Alle auftretenden Schadensfälle aus operationellen Risiken werden in einer Verlustdatenbank erfasst und systematisch zur Ursachenbekämpfung quantifiziert und analysiert. Diese Auswertungen werden vierteljährlich bzw. anlassbezogen dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat berichtet. Größere Schadensfälle sind dem Vorstand ad hoc mitzuteilen. Darüber hinaus hat die IBB einen Prozess zur jährlichen oder anlassbezogenen Beurteilung von operationellen Risiken implementiert (Selfassessment). Hierbei werden Workshops mit ausgewählten Mitarbeitern durchgeführt, Risikoszenarien entworfen und bewertet.

Die IBB ist bestrebt, durch permanente Fortbildung der Mitarbeiter, Weiterentwicklung der Prozesse sowie Ausbau der technischen Standards die operationellen Risiken zu verringern bzw., sofern möglich, zu verhindern. Alle relevanten Verträge werden vor Inkrafttreten rechtlich geprüft. Durch Abschluss von Versicherungen wird versucht, nicht kalkulierbare Risiken abzufedern. Darüber hinaus wurde ein einheitlicher Prozess für betriebliche Veränderungen, Neuprodukte, Änderungen an bestehenden Produkten und Strukturen implementiert. Diese Veränderungen werden über den intern eingerichteten Lenkungsausschuss beantragt, besprochen und verabschiedet. Mitglied im Lenkungsausschuss sind u. a. die Organisationseinheiten mit besonderen aufsichtsrechtlichen Funktionen (Compliance, Interne Revision und Risikocontrolling). Darüber hinaus erfolgt im Rahmen dieses Prozesses die Einbindung von Informationssicherheit, Datenschutz sowie Zentrale Stelle (Betrugsprävention und Geldwäsche).

Hauptziel von Auslagerungen ist, neben den wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die Minimierung von potenziellen Risiken mithilfe externer Spezialisten und deren Know-how.

Die operationellen Risiken haben in der ökonomischen Risikotragfähigkeitsbetrachtung zum 31. Dezember 2019 einen Anteil von 13,53 % an der Summe der Risiken.

Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisiko

Da in der ökonomischen Perspektive kein Neugeschäft berücksichtigt wird, erfolgt die Betrachtung des Vertriebs- und Absatzrisikos in der normativen Perspektive. Das Vertriebs- und Absatzrisikos wirkt sich in der normativen Perspektive im Risikodeckungspotenzial durch eine Abweichung vom Plan in Aktivmargen, Provisionen und Volumen aus. Eine Berücksichtigung der Auswirkung dieses Risikos ist im adversen Szenario der normativen Perspektive erfolgt.

Das Vertriebs- und Absatzrisiko bezeichnet die Gefahr, dass einzelne Produkte nicht oder nicht mehr zu den er-warteten Preisen abgesetzt bzw. nachgefragt werden. Das Vertriebs- und Absatzrisiko wird u. a. durch sich ändernde Rahmenbedingungen wie Marktumfeld, Mitwettbewerberverhalten, Kundenverhalten oder technologische Entwicklungen beeinflusst.

Die IBB reduziert durch ihren konservativen Planungsansatz negative Abweichungen von den Planwerten Sollten sich dennoch Abweichungen von den Planwerten abzeichnen, so passt der Vorstand die aktuelle Hochrechnung umgehend an die sich abzeichnende Situation an.

Ein Plan-Ist-Vergleich findet monatlich im Rahmen der Berichterstattung zum Geschäftsverlauf statt.

Mit wesentlichen Risiken verbundene Risikokonzentrationen

Risikokonzentrationen können aus dem Gleichlauf von Risikopositionen innerhalb von Risikoarten (Intra-Risikokonzentrationen) sowie dem Gleichlauf von Risikopositionen über unterschiedliche Risikoarten (Inter-Risiko-konzentrationen) entstehen.

Sämtliche wesentlichen Risikoarten werden im Rahmen der jährlichen Risikoinventur hinsichtlich möglicher Risikokonzentrationen überprüft.

Unterjährig auftretende Branchen- oder Größenkonzentrationen bei Adressrisiken werden mittels der bankinternen Berichtsstruktur identifiziert. Konzentrationen bei Liquiditätsrisiken werden in der monatlichen Liquiditätsrisiko-Sitzung identifiziert und gesteuert. Konzentrationen bei Marktpreisrisiken werden anhand der bankinternen Vorgaben für Handelsgeschäfte identifiziert und gesteuert. Konzentrationen bei operationellen Risiken werden anhand des Selfassessments und der Auswertung der Verlustdatenbank identifiziert und analysiert.

Intra-Risikokonzentrationen bestehen nach den genannten Analysen in der ökonomischen Perspektive im Adressrisiko Kundengeschäft (Branchen, Regionen Inland, Regionen Ausland und bei den Sicherheiten), im Adressrisiko Eigengeschäft sowie im operationellen Risiko. In der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit konnten Intra-Risikokonzentrationen im Adressrisiko Kundengeschäft (Branchen, Regionen Inland, Regionen Ausland und Segmente) festgestellt werden.

Die IBB richtet ihre Geschäftsstrategie so aus, dass bereits bekannte Intra-Risikokonzentrationen nicht verstärkt und neue Konzentrationen vermieden werden.

Inter-Risikokonzentrationen bestehen nach den genannten Analysen in der ökonomischen Perspektive keine. In der normativen Perspektive konnte eine Inter-Risikokonzentration zwischen dem Adressrisiko Kundengeschäft und dem Vertriebs- und Absatzrisiko festgestellt werden.

Die in der Risikoinventur identifizierten Inter-Risikokonzentrationen werden durch entsprechende Stresstests in der Risikotragfähigkeit analysiert und überwacht.

Sonstige Risiken

Risiken, die nicht als wesentlich eingestuft wurden, werden nicht gesondert limitiert. Für diese wird durch den nicht allozierten Teil des Risikodeckungspotenzials ausreichend Vorsorge getroffen.

 

Wir stehen für individuelle Konzepte, die mit Weitblick das große Ganze im Auge haben.

KLAUS STADLER, Direktor und Bereichsleiter Gewerbliche Immobilienkunden

OFFENLEGUNGSBERICHT

Der Offenlegungsbericht gemäß § 26a KWG i. V. m. Artikel 431 ff. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) für das Geschäftsjahr 2018 ist im Internet unter

www.ibb-ag.com veröffentlicht.

Für das Geschäftsjahr 2019 wird der Offenlegungsbericht an gleicher Stelle veröffentlicht.

 

 

PROGNOSEBERICHT

Das verlangsamte Wachstum der globalen Konjunktur dürfte sich nach Prognosen des Sachverständigenrates auch im kommenden Jahr fortsetzen9. Als Gründe für das verhaltene Wachstum kann das rückläufige Volumen des Welthandels sowie die schwächelnde Industrie genannt werden. In der Gruppe der Schwellenländer ist für das kommende Jahr eine Belebung der wirtschaftlichen Dynamik zu erwarten. Die Prognose für die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft im Einzelnen fällt hingegen verhaltener aus. Für das kommende Jahr wird mit einer leicht rückläufigen Wachstumsrate gerechnet. Dies begründet sich in einem rückläufigen Produktivitätswachstum, hervorgerufen von einem wachsenden Dienstleistungsbereich. So wird für das Jahr 2020 vom Sachverständigenrat ein Wachstum von unter 6 % prognostiziert. Für den Euroraum rechnet der Sachverständigenrat für das kommende Jahr mit einem Wachstum des BIP von 1,1 %. In Deutschland ist von dem globalen Abschwung besonders die Industrie betroffen. Die starke Ausrichtung auf Exporte sowie Investitionsgüter tragen hierzu ihren Teil bei. Somit lässt sich für Deutschland im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,9 % prognostizieren. Das Vereinigte Königreich (UK) ist offiziell zum 31. Januar 2020 aus der EU ausgetreten. Die zukünftige Ausgestaltung der Beziehung zwischen der EU und dem UK wird in einer bis zum 31. Dezember 2020 dauernden Übergangsphase ausgehandelt. Der Sachverständigenrat geht bei Verhandlungen ohne größere Verwerfungen von einem leicht rückläufigen Wachstum aus. Dennoch dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, u. a. im Bereich des Außenhandels, stark von den Verhandlungen mit der EU und weiteren zukünftigen Handelspartnern abhängen.

Als Exportnation ist Deutschland von der abflachenden Weltkonjunktur betroffen. Daher ist für das kommende Jahr im Bereich des Außenhandels mit verhaltenen Impulsen zu rechnen. Der Konsum hingegen wird auch im kommenden Jahr als Wachstumsgröße dienen. Die Arbeitsproduktivität wird mit einem schwachen Wachstum in 2020 prognostiziert. Dies beruht auf einer starken Zunahme der Lohnstückkosten und der zu erwartenden schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Trotz einer Abkühlung der Konjunktur, wird für das kommende Jahr nicht mit einem signifikanten Rückgang der Wirtschaftsleistung oder gar einer Rezession gerechnet. Aus Sicht der Fiskalpolitik ist in dem kommenden Jahr mit einer weiterhin expansiven Ausrichtung zu rechnen. Der Wohnimmobilienmarkt ist weiterhin durch eine starke Wohnraumnachfrage und stark steigende Immobilienpreise gekennzeichnet.

Trotz der konjunkturellen Abkühlung wird mit einem stabilen Arbeitsmarkt gerechnet. Die hierdurch entstehenden Einkommenssteigerungen und höheren Tariflöhne dürften einen weiteren Preisanstieg kompensieren. Der Trend hingegen zu weiter fallenden Hypothekenzinsen dürfte im kommenden Jahr erliegen. So wird nicht damit gerechnet, dass die Zinsen für Fremdkapital weitere Impulse zu einer erhöhten Nachfrage und steigenden Impulsen liefern können. Dennoch ist lokal mit weiteren Preisspitzen zu rechnen, wenn auch eine große Marktkorrektur unwahrscheinlich ist.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland dürfte sich weiterhin leicht positiv entwickeln, wenngleich deutlich verhaltener. Die erwartete Arbeitsnachfrage im Bereich der Dienstleistungen trägt maßgeblich zur positiven Entwicklung bei. Für das Jahr 2020 wird von einem Anstieg der Erwerbstätigen um 135.000 und einer entsprechenden Arbeitslosenquote von 5,1 % gerechnet.

Bei den Verbraucherpreisen ist weiterhin mit einem Anstieg zu rechnen, welcher von dem weiterhin guten Arbeitsmarktumfeld getragen wird. So wird für den Euroraum eine Teuerungsrate von 1,3 % erwartet. Deutschland reiht sich mit einer prognostizierten Preissteigerungsrate von ebenfalls 1,3 % hierbei in den Mittelwert des Euroraums ein.

In den großen Volkswirtschaften ist die Geldpolitik unverändert stützend ausgerichtet. Nach einer Zinssenkung Ende des Jahres 2019 wird für das kommende Jahr ein fortdauernd stabilisierender Kurs durch die US Notenbank erwartet. Klar ist hingegen, dass die Geldpolitik in erster Linie kontinuierlich durch zinspolitische Maßnahmen als durch Ankaufsprogramme getragen werden soll. Bereits im vergangenen Jahr stellte die EZB die Weichen für eine anhaltende, in das Jahr 2020 hineinreichende Niedrigzinspolitik. Ab Mitte des Jahres 2020 muss in Deutschland ein antizyklischer Kapitalpuffer von 0,25 % angewandt werden. Jedoch ist nicht davon auszugehen, dass dieser zu massiven Änderungen in der Kapitalstruktur der Banken führt. Die abschwächende Konjunktur könnte hingegen zu gesteigerten Maßnahmen im Bereich der Risikovorsorge führen.

Die IBB ist fortwährend bestrebt, konsequent zukunftsorientierte und profitable Nischenmärkte zu identifizieren und erfolgreich zu besetzen und verankert dieses Ziel in der Geschäfts- und Risikostrategie.

Darüber hinaus stellen die gezielte und systematische Auswahl der Kreditkunden und ein diversifiziertes Kreditportfolio auch stets die Basis für ein solides Kreditgeschäft dar. Dies gilt sowohl für das Firmenkunden als auch für das Gewerbliche Immobilienfinanzierungsgeschäft. Für das Jahr 2020 erfolgt im Segment Firmenkunden eine weitere Adjustierung des bestehenden Portfolios anhand definierter Ertrags- und Risikofaktoren. Stärken bestehen in einem etablierten Netzwerk im Bereich der strukturierten Finanzierungen sowie in einem besonderen Knowhow im Bereich der internationalen Handelsfinanzierung. Aufgrund des nach wie vor guten Immobilienmarkts wird die Bank das Geschäftsfeld Gewerbliche Immobilienkunden in bewährter Weise fortführen und – wo möglich – weiter ausbauen. Die nach wie vor vorhandene Knappheit am Immobilienmarkt wird hierbei als Chance betrachtet, wohingegen rechtliche Gegebenheiten als Risiko gesehen werden.

Im Bereich Forderungsfinanzierung nutzt die Bank ihre exzellenten Marktkenntnisse, um ihre Marktstellung sukzessive auszubauen. Chancen bestehen in den weiter wachsenden Finanzierungsvolumen, Risiken ergeben sich aus dem zunehmenden Wettbewerb und Preisdruck u. a. durch branchenfremde Investoren.

Segmentübergreifend gilt, dass die über Jahre von der IBB aufgebaute und persönliche Kundennähe mit individuellen Lösungen dazu führt, dass sich globale Entwicklungen auf den Geschäftserfolg der IBB deutlich geringer auswirken. Im Private Banking begleitet die IBB ihre Kunden auch künftig in engem persönlichem Kontakt, um sie genau entsprechend ihren Bedürfnissen und den Erfordernissen der Marktentwicklung zu betreuen. So wird sich die IBB im Private Banking im Rahmen eines noch

laufenden Projekts den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und das Produktangebot an den heutigen Kundenanforderungen ausrichten. Hieraus ergibt sich unter anderem die Wiedereinführung einer hauseigenen Vermögensverwaltung. An einem wichtigen strategischen Ziel des Private Bankings, d. h. der ganzheitlichen und unabhängigen Betreuung vermögender Privatkunden, wird sich dadurch nichts ändern – es gewinnt sogar weiter an Bedeutung.

Für 2020 sind keine bedeutenden Veränderungen im Depot A geplant; für die IBB hat ein risikoarmer Wertpapierbestand weiterhin hohe Priorität. Auch für 2020 wird ein uneingeschränkter Zugang zu erforderlichen Refinanzierungsmitteln erwartet.

Hauptbestandteil des Geschäftsvolumens ist das Kundenkreditvolumen. Die Planung 2020 sieht ein stichtagsbezogenes Kundenkreditvolumen in Höhe von insgesamt 1.267,2 Mio. EUR vor. Aufgrund des geplanten Kundenkreditvolumens wird mit einer Risikovorsorge in Höhe von 6,9 Mio. EUR geplant. Die Gesamtkapitalquote sowie die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote sind trotz der Steigerung des Geschäftsvolumens auf gleichbleibendem Niveau kalkuliert. Für das Jahr 2020 sind weitere Neueinstellungen geplant und teilweise bereits vertraglich fixiert. Trotz unverändert hoher Projektkosten und Investitionen in die Personal-, Organisations- und IT-Infrastruktur ist es für das kommende Jahr das Ziel, bei steigenden Kundenkreditvolumina und dementsprechend geplanter Risikovorsorge ein Betriebsergebnis nach Risiko vor Steuern (HGB) von 16,6 Mio. EUR zu erreichen.

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Jahresgutachten des Sachverständigenrats 2019/2020

SONSTIGES

Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat die Internationales Bankhaus Bodensee AG einen Bericht erstellt (§ 312 AktG). Dieser Bericht schließt mit folgender Erklärung des Vorstands der Bank:

„Im Berichtsjahr 2019 wurden keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der verbundenen Unternehmen getroffen oder unterlassen. Die Internationales Bankhaus Bodensee AG erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.“

Die Internationales Bankhaus Bodensee AG gehört der Entschädigungseinrichtung des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ), Berlin, und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands e. V. (ESF), Berlin, an.

 

Friedrichshafen, den 4. März 2020

Internationales Bankhaus Bodensee

Aktiengesellschaft

        

Heike Kemmner                             Joachim Mei