LAGEBERICHT

Lagebericht zum Jahresabschluss der Internationales Bankhaus Bodensee AG für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Lagebericht

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Die Internationales Bankhaus Bodensee AG (IBB) ist eine flexibel agierende Nischenbank, die sich auf wenige, ausgewählte Märkte spezialisiert hat. Ihr Geschäftsmodell erstreckt sich auf die Segmente

  • Private Banking,
  • Firmenkunden,
  • Forderungsfinanzierung,
  • Gewerbliche Immobilienkunden.

In den Bereichen Private Banking und Firmenkunden wurden strategische Anpassungen vorgenommen. Der Bereich Forderungsfinanzierung wurde aus dem Firmenkundengeschäft herausgelöst und wird als eigenständiger Bereich geführt. Im Private Banking wurden – anknüpfend an erste Maßnahmen des Vorjahres – weitere Prozesse optimiert und aufbauorganisatorische Änderungen vorgenommen.

Bei den Forderungsfinanzierungen und im Bereich Gewerbliche Immobilienkunden liegt der Fokus auf dem kurz- und mittelfristigen Kreditgeschäft. Bei Privatkunden im Private Banking und Firmenkunden können auch längerfristige Darlehenslaufzeiten vereinbart werden, jedoch überwiegend mit variabler bzw. kurzfristiger Zinsbindung. Daneben ist die IBB in der umfassenden Vermögensberatung von Privatkunden tätig.

Die IBB unterhält in ihrem Depot A Eigenanlagen – jedoch nicht für Handelszwecke, sondern zur Sicherstellung ihrer Liquidität.

Eine Zinsfristentransformation wird nicht aktiv betrieben. Aufgrund der nahezu fristenkongruenten Refinanzierung ihrer Aktivseite ist die IBB einem äußerst niedrigen Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Die Liquiditätsfristentransformation wird akzeptiert.

Am Hauptsitz in Friedrichshafen bietet die IBB sämtliche Dienstleistungen aller Segmente vor Ort an. In den Niederlassungen wird das gesamte Spektrum des Private Banking angeboten.

Geschäftstätigkeit

PRIVATE BANKING

Der Bereich Private Banking teilt sich auf in die Private-Banking-Beratung, das Asset Management sowie die Sachwertfinanzierung und wird an sechs Standorten (Hauptsitz Friedrichshafen; Niederlassungen Freudenstadt, Konstanz, Künzelsau-Gaisbach, München und Radolfzell) durchgeführt.

Die IBB richtet sich mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz an vermögende Privatkunden, Unternehmer und institutionelle Anleger. Das Private Banking agiert unabhängig von Anbietern oder Produktvorgaben und bietet keine eigenen Produkte an. Es wurde in 2017 – im Sinne einer effizienten und einheitlichen Produktpolitik – eine Straffung des Produktportfolios im Wertpapiergeschäft vorgenommen. Dafür wurde das Angebotsspektrum außerhalb des Wertpapiergeschäfts im Sinne des ganzheitlichen Beratungsansatzes um Themen wie Immobilien und Versicherungen bedarfsgerecht erweitert. Finanzierungen werden zur Arrondierung des Anlagegeschäfts angeboten. 

Geschäftstätigkeit

FIRMENKUNDEN

Im klassischen Firmenkundengeschäft, das insbesondere kurz- und mittelfristige Kreditprodukte umfasst, ist die IBB selektiv tätig. Ihre Zielkunden sind mittelständische Unternehmen (bevorzugt in Familienbesitz).

Im Neugeschäft beschränkt sich die Bank regional auf Baden-Württemberg und Bayern. Cross-Selling-Ansätze bestehen im in- und ausländischen Zahlungsverkehr sowie im Bereich der Finanztermingeschäfte, ebenso zum Private Banking.

Darüber hinaus begleitet die IBB regionenübergreifend Kunden aus verschiedenen Nischenmärkten, etwa der strukturierten Finanzierung im Small-Cap-Segment und ausgewählte Finanzdienstleister.

Weitere Geschäftsfelder werden systematisch in neuen Nischen entwickelt. 

Geschäftstätigkeit

FORDERUNGSFINANZIERUNG

Im Bereich Forderungsfinanzierung werden Vorfinanzierungen von Sponsoring-und Werbeverträgen, von TV-Vermarktungsverträgen (Antritts- und Fernsehgeldern) sowie von Transferverträgen, national wie international im Sportbereich, durchgeführt. Sämtliche Geschäfte werden als Forderungsankäufe, in Ausnahmefällen als Kreditfinanzierungen gegen Forderungsabtretungen, dargestellt.

Die Geschäftspartner bei Transferverträgen im Forderungsfinanzierungsgeschäft sind auf Forderungsschuldnerebene ausgewählte europäische Geschäftspartner. Die Laufzeiten der Finanzierungen sind kurzfristig. 

Geschäftstätigkeit

GEWERBLICHE IMMOBILIENKUNDEN

Der Bereich Gewerbliche Immobilienkunden umfasst die Finanzierung von Bauträger- und Aufteilermaßnahmen, Projekt- und Grundstücksentwicklern, Immobilienhändlern sowie die kurzfristige Bestandsfinanzierung für Immobilien mit Miet- und Flächenoptimierungspotenzial in Deutschland.

Die Zielkunden in diesem Segment sind etablierte und nachweislich erfolgreiche Immobilieninvestoren, die entweder eigenakquiriert oder durch langjährig verbundene Partner vermittelt werden.

Finanzierungen erfolgen mit überwiegend kurz- bis mittelfristigen Kontokorrentkrediten und Darlehen. 

HISTORISCHE AUSFAHRT

Seit Jahren ist die IBB-Oldtimer-Ausfahrt ein beliebtes Veranstaltungsformat der Bank. Das Sammeln, die Pflege und die Ausfahrt von wunderschönen Oldtimer-Fahrzeugen ist ein Hobby von nicht wenigen unserer Kunden.

Die Teilnehmer nutzen den gemeinsamen Ausflug, um Kontakte zu anderen Oldtimer-Liebhabern zu knüpfen und sich an der herrlichen Bodensee-Landschaft zu erfreuen.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Wirtschaftliches Umfeld

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Verglichen mit dem Vorjahr, hat sich das außenwirtschaftliche Umfeld im Jahr 2017 nochmals deutlich positiver entwickelt. D. h., die Weltwirtschaft nahm im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter Fahrt auf. In den Vereinigten Staaten und in Japan war eine anhaltende konjunkturelle Dynamik zu verzeichnen. Dementsprechend entwickelten sich die Wachstumszahlen in diesen Ländern zum Jahresende nach oben. In den Schwellenländern war im Verlauf des Jahres ein zunehmendes Expansionstempo zu beobachten. Die Rezessionsphasen in Russland und Brasilien scheinen überwunden zu sein. Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft hat sich wieder stabiler entwickelt, wenngleich es hinter den Entwicklungen in den Vorjahren zurückgeblieben ist.

Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften im vergangenen Jahr auf einem sehr guten Niveau stabilisiert und die Stimmung bzgl. der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklung weiter verbessert. Viele Stimmungsindikatoren der internationalen und nationalen Wirtschaft befanden sich zum Jahresende 2017 nahe an den Rekordniveaus seit deren Erhebung. So stieg der ifo Weltwirtschaftsklimaindex mit 17,1 Punkten (Vorjahr: -0,7 Punkte)1 auf den höchsten Wert seit dem zweiten Quartal 2011.

Nachdem vor dem Jahreswechsel 2017 die Entwicklung der amerikanischen Konjunktur etwas an Geschwindigkeit eingebüßt hat, hat die US-Wirtschaft im ersten Amtsjahr von Präsident Donald Trump ihr Wachstumstempo beschleunigt und legte 2017 um 2,3 % zu. Die US-Notenbank Fed hat im vergangenen Jahr auf den Aufschwung mit drei Zinserhöhungen reagiert. Sie hat zudem signalisiert, dass sie 2018 drei weitere Schritte nach oben folgen lassen könnte. Die Steuerreform und der schwache US-Dollar könnten dafür sorgen, dass die Fed unter Zugzwang bleibt, woraus weitere Zinserhöhungen resultieren könnten. Hierfür sprechen auch die für die US-Wirtschaft extrem wichtigen Verbraucherausgaben. Sie stiegen in den letzten Monaten des Jahres 2017 deutlich und führten dazu, dass die Binnennachfrage gegen Jahresende ein Drei-Jahres-Hoch erreichte. Die Importe von Gütern und Dienstleistungen legten kräftig zu, was das US-Wachstum im vierten Quartal bremste, aber gleichzeitig die Konjunkturdynamik der US-Handelspartner spürbar gestützt hat.

In Europa herrscht trotz des bevorstehenden Brexits und weiterer Krisen bzw. Unsicherheitsfaktoren – wie z. B. die atomare Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea oder die Wahlen in Italien – ein nachhaltig positives Wirtschaftsklima. Ersten Prognosen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2017 zufolge wird für das vergangene Jahr im Euroraum mit dem stärksten Wachstum seit zehn Jahren gerechnet. Auch in der gesamten EU – d. h. über alle 28 Mitgliedsstaaten hinweg – fiel das BIP-Wachstum Ende 2017 besser aus als noch im Frühjahr erwartet. Maßgebliche Treiber dieser Entwicklung waren der private Konsum, das stärkere Wachstum der Weltwirtschaft, der dadurch gestiegene Außenhandel sowie die zunehmende Investitionstätigkeit und die sinkende Arbeitslosigkeit. Ein weiterer positiver Einfluss für diese Entwicklung war die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese Entwicklung spiegelt sich auch im ifo Index für die Wirtschaft im Euroraum wider. Dieser hat sich im vierten Quartal 2017 auf 37,0 Punkte (Vorjahr: 8,3 Punkte)1 verbessert und damit einen neuen Höchstwert erreicht.

Dem globalen Trend folgend, ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2017 kräftig und mit hohem Tempo gewachsen. Ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts zufolge ist das BIP im Vergleich zu den Sommermonaten im vierten Quartal 2017 zwar leicht niedriger ausgefallen. Insgesamt ist die Wirtschaft in Deutschland 2017 nach den vorläufigen Berechnungen real um 2,2 % bzw. kalenderbereinigt um 2,5 % gewachsen. Ausschlaggebend für dieses deutliche Wachstum war vor allem die starke Weltkonjunktur, aufgrund derer die Exporttätigkeit deutscher Unternehmen kräftig angekurbelt wurde. In der Folge ist die Auslastung der industriellen Kapazitäten erheblich gestiegen, was wiederum unternehmensseitig zu verstärkten Investitionen in Ausrüstungen geführt hat. Darüber hinaus haben sich die Bauinvestitionen und der private Konsum – Letzterer vor allem aufgrund der vorteilhaften Beschäftigungs- und Einkommensaussichten – positiv auf die Entwicklung des BIP ausgewirkt. Für die Verbraucher haben sich die Preise ersten Berechnungen zufolge insgesamt um 1,8 % erhöht; die Inflationsrate bewegte sich damit im Rahmen der Zielmarke der europäischen Geldpolitik von knapp unter 2,0 %. Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 2017 5,3 % und lag damit wiederholt unter dem Vorjahreswert (5,8 %).

1 Seit dem ersten Quartal 2017 wird beim ifo World Economic Survey (WES) keine Indexierung mehr vorgenommen. Bisher wurden das Wirtschaftsklima und die Klimakomponenten des WES – Lageeinschätzung und Konjunkturerwartungen – auf das Basisjahr 2005 = 100 normiert. Diese Darstellung ist je.doch problematisch. So können bei einer Indexierung weder Niveauvergleiche mit anderen Ländern noch Aussagen über das Niveau der jeweiligen Kom.ponenten zum aktuellen Befragungszeitpunkt getroffen werden. Der Vergleich muss jeweils immer zum Referenzjahr und damit zu jeder einzelnen Reihe selbst erfolgen. Ein Querschnittsvergleich zum Zeitpunkt t, der eigentliche Vorteil einer uniformen und internationalen Konjunkturbefragung, scheidet aus. Die Interpretation von Salden ist damit intuitiver. Deshalb wird ab der ersten Veröffentlichung im Jahr 2017 auf die Indexierung verzichtet und es werden lediglich die Saldenpunkte ausgewiesen. Die einheitliche Fragestellung ermöglicht auf diesem Wege auch einen Vergleich zwischen den Ländern.

Wirtschaftliches Umfeld

BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Die IBB ist eine Nischenbank, die ihren Fokus auf verschiedene Segmente ausgerichtet hat. Dank dieses Geschäftsmodells ist es der Bank möglich, sich in einzelnen Segmenten zu profilieren und sich damit teilweise dem Wettbewerb zu entziehen. Nur im Private Banking und im Firmenkundengeschäft agiert sie in einem wett-bewerbs- und preisintensiven Umfeld. Der Markt für Forderungsfinanzierungen im Sportbereich entwickelt sich seit Jahren positiv und nahezu schwankungsfrei bzw. unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage in Europa. Für das Segment Forderungsfinanzierung ergibt sich dadurch ein sehr positives Marktumfeld. Auf der Wettbewerbsseite ist festzustellen, dass Banken dieses Segment vermehrt als Geschäftsfeld für sich entdecken.

Das Jahr 2017 war an den Finanzmärkten von geringen Marktschwankungen geprägt. Diese ungewöhnlich niedrige Schwankungsbreite spiegelt sich in den extrem niedrigen Volatilitätsindizes wider. Eine darin zum Ausdruck kommende positive Stimmung bei den Marktteilnehmern erklärt sich unter anderem mit den guten fundamentalen Rahmendaten, die das vergangene Jahr geprägt haben. Im Vergleich zu den Vorjahren blieben gravierende exogene Belastungsfaktoren wie Aktienmarktturbulenzen in China, drastische Rohstoffschwankungen oder negative politische Entwicklungen – wie der britische Beschluss zum EU-Austritt in 2016 – aus. Ein solches Umfeld und die damit verbundenen Erwartungen steigender Unternehmensgewinne wirken sich positiv auf die Entwicklung der Aktienmärkte aus. Zusammengefasst war 2017 ein sehr gutes Aktienjahr. Gestützt von starken Konjunkturdaten und guten Unternehmens.berichten, erreichte der Deutsche Aktienindex (DAX) im Mai 12.800 Punkte und übertraf somit das alte Rekordhoch von 12.391 Zählern aus dem Jahr 2015. Aufgrund der Verunsicherung der Märkte durch die Nordkorea-Krise und den Brexit fiel das Börsenbarometer Ende August nochmals unter die Marke von 12.000 Punkten, erholte sich jedoch wieder und erreichte Anfang November mit 13.479 Punkten ein neues Rekordhoch. Das Jahr endete mit einem Schlusskurs von 12.918 Punkten. Grund dafür, dass der DAX die 13.000er-Marke zum Jahresende nicht halten konnte, war der Euro. Die Gemeinschaftswährung notierte am letzten Handelstag mit 1,1998 USD und lag damit nahe am Jahreshoch von 1,2092 USD Anfang September. Insgesamt hat der Euro im Jahr 2017 um 13 % aufgewertet. Seit 2003 war dies der stärkste Anstieg innerhalb eines Jahres.

Im Gegensatz zu vergangenen Jahren hatten EZB und Fed 2017 weniger Einfluss auf das Marktgeschehen. Dies war auch darin begründet, dass es bei den beiden Notenbanken wenig Überraschungen gab. Die Fed hatte bereits Ende 2016 weitere Zinsschritte für 2017 angedeutet. Ebenso hatte die EZB frühzeitig angekündigt, ihre monatlichen Anleihekäufe ab März von 80,0 Mrd. EUR auf 60,0 Mrd. EUR zu reduzieren, das Kaufprogramm selbst aber bis zum Jahresende 2017 beizubehalten. Im Oktober 2017 hatte die EZB beschlossen, ihr Kaufprogramm bei weiter reduzierten monatlichen Käufen – von 60,0 Mrd. EUR auf 30,0 Mrd. EUR pro Monat – bis mindestens September 2018 zu verlängern. Letztlich wurden damit auch Zinserhöhungen im Euroraum weiter in die Zukunft verschoben.

Die weiterhin expansive Geldpolitik der EZB wirkt sich dementsprechend aus. So steigerten die Banken der Euro-Zone ihre Kreditvergabe an Unternehmen zum Jahresende 2017 so kräftig wie seit mehr als acht Jahren nicht mehr. Laut Information der EZB wurden über 3 % mehr Darlehen als noch vor einem Jahr ausgereicht. Hieraus lässt sich auch erkennen, wie umkämpft dieser Markt ist, der im klassischen Firmenkundengeschäft von einer entsprechend hohen Zahl von Marktteilnehmern bedient wird. Das heißt aber auch, dass zwar markante Volumenausweitungen realisiert werden konnten, jedoch auch deutlich rückläufige Margen realisiert werden mussten.

Der deutsche Immobilienmarkt zeigte sich im vergangenen Jahr erneut in guter Verfassung. Dazu hat der fortgesetzte Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft ebenso beigetragen wie die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts. Hinzu kommt, dass viele Anleger angesichts niedriger Kapitalmarktrenditen nach wie vor auf der Suche nach höher rentierlichen Immobilieninvestments waren und sind. Beim Immobilienmarkt handelt es sich derzeit größtenteils um einen Verkäufermarkt. Aufgrund der Marktmechanismen steigen in diesem Umfeld Mieten und Kaufpreise weiter. Bei Wohn- und Gewerbeimmobilien ist nach wie vor kein Ende des Wachstumskurses erkennbar.

Seit Jahren hinkt der Wohnungsbau den kräftig steigenden Einwohnerzahlen hinterher. Die Bedarfslücke der Top-Standorte wird jährlich eher größer als kleiner. Dies liegt zum einen an den schon seit Längerem aufgezehrten Reserven aus dem Leerstand und zum anderen daran, dass die deutlich gestiegenen Fertigstellungszahlen nicht mit der Wohnungsnachfrage Schritt halten. Beides führt dazu, dass die bereits kräftig gestiegenen Wohnungsmieten weiter zulegen. Eine sehr gute Verkehrs.anbindung in das In- und Ausland sowie die großen Arbeits- und Büromärkte zeichnen diese Standorte als attraktive Unternehmensstandorte aus.
Das gilt insbesondere für Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. In den Städten wird demzufolge für eine Fortsetzung dieses Wachstums – sowohl für Wohnungen als auch Gewerbe – städtischer Raum benötigt.

Dem Gewerblichen Immobilienkundengeschäft bieten solche Marktbedingungen ein unverändert gutes Umfeld.

Allgemein ist festzustellen, dass die gesamte Bankenbranche aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Fokus auf Effizienzsteigerung und Kosten.senkung legt. Die Industrialisierung wird – wo möglich – vorangetrieben, um damit auf strukturelle Profitabilitätsprobleme zu reagieren. Das historisch niedrige Zinsumfeld, die flache Zinsstrukturkurve und damit der Wegfall von bedeutenden Erträgen aus der Fristentransformation verringern die Margen im klassischen Bankgeschäft. Zurückhaltende Aktivitäten der Anleger sind für die Provisionserlöse ebenfalls nicht förderlich. Darüber hinaus schlägt sich die Umsetzung der regulatorischen Anforderungen zusätzlich in den Kostenstrukturen der Institute nieder.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

ERTRAGSLAGE

Sowohl das globale Wirtschaftswachstum als auch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland haben sich wiederholt erfreulich positiv auf das Ergebnis des Jahres 2017 ausgewirkt. Durch das gezielte Ausnutzen von Nischen konnte sich die IBB in einem durchaus auch fordernden Marktumfeld erfolgreich beweisen und das vergangene Jahr mit einem sehr guten Ergebnis abschließen.

Das Bewertungsergebnis für Beteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens zeigt eine sofortige Vollabschreibung von Agien bei in 2017 gekauften Wertpapieren im Depot A.

 

 

 

Zinsergebnis

Die Bank konnte sich dem Trend schwindender Margen widersetzen und die rückläufige Entwicklung des Zinsüberschusses stoppen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Zinsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Mio. EUR bzw. 11,5 % gesteigert werden. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen in dem gestiegenen Kundenkreditvolumen und den günstigen Refinanzierungsbedingungen begründet.

Die Bank agiert beim Derivategeschäft mit Firmenkunden und gewerblichen Immobilienkunden unverändert konservativ. Die Erträge aus den Kundenderivaten werden über die Laufzeit der Geschäfte abgegrenzt. Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds bestand für die Kunden in 2017 kein oder nur ein geringfügiger Absicherungsbedarf. Somit ergeben sich lediglich Erträge in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR).

 

 

Provisionsergebnis und Wertpapierbestände

Mit 5,1 Mio. EUR hat sich der Provisionsüberschuss im vergangenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr (5,8 Mio EUR) um 0,7 Mio. EUR bzw. 12,1 % verringert. Die Provisionserträge lagen mit 11,1 Mio. EUR 0,4 Mio. EUR bzw. 3,5 % über dem Vorjahreswert, die Provisionsaufwendungen legten von 4,9 Mio. EUR um 1,0 Mio. EUR bzw. 20,4 % auf 5,9 Mio. EUR zu. Diese Steigerung ergibt sich maßgeblich durch die Ausdehnung des Geschäfts im Bereich Forderungsfinanzierung.

In 2017 waren Provisionsaufwendungen für Kreditvermittlungen im Gewerblichen Immobilienkundengeschäft in Höhe von 2,0 Mio. EUR aufzuwenden. Damit lag die IBB genau auf Vorjahreswert. Es gilt hier zudem die Besonderheit, dass die Erträge, die diesen Aufwendungen gegenüberstehen als zinsähnliche Erträge in das Zinsergebnis einfließen und somit zu einer Ergebnisverschiebung führen. Im vierten Quartal 2017 hat die IBB ihr Preismodell in diesem Segment umgestellt. Deshalb werden diese Provisionsaufwendungen künftig in der Höhe nicht mehr entstehen.

Der Anteil an den Provisionserträgen beträgt für die Bereiche Private Banking 7,6 Mio. EUR, Forderungsfinanzierung 0,5 Mio. EUR und Firmenkunden 0,7 Mio. EUR (Vorjahr: 6,7 Mio. EUR, 1,2 Mio. EUR bzw. 0,5 Mio. EUR). Da die Umstellung auf ein neues Konditionenmodell im Bereich Forderungsfinanzierung bereits Anfang 2017 erfolgte, ergibt sich hier ebenfalls eine Ertragsverschiebung – weg von den Provisionserlösen, hin zu den Zinserträgen.

Per 31. Dezember 2017 belaufen sich die Assets under Administration auf 1.038,0 Mio. EUR und liegen damit nur leicht (-0,2 %) unter dem Vorjahreswert in Höhe von 1.040,0 Mio. EUR. Die Zahl der Kundendepots lag mit 1.791 Stück2 in etwa auf Vorjahresniveau (1.808 Stück2). Umso erfreulicher ist, dass die Provisionserlöse in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 % gesteigert werden konnten.

Die Erträge aus Prolongationen ausplatzierter Kapitalanlegerdarlehen flossen mit 0,7 Mio. EUR (Vorjahr: 0,7 Mio. EUR) in unveränderter Höhe in das Provisionsergebnis ein.

 

Finanz- und Anlageergebnis

Ergänzend zu den Vorschriften des Kreditwesengesetzes (KWG) gelten seit Inkrafttreten im Januar 2014 die Regelungen der CRR – Capital Requirements Regulation (Verordnung (EU) Nr. 575/2013) –, die unmittelbar geltendes EU-Recht darstellen. Für die Eigenmittelanforderungen von Instituten, die Handelsbuchaktivitäten lediglich in geringem Umfang betreiben, besteht nach Artikel 94 der CRR eine Erleichterungsregelung.

Wie bereits im Vorjahr gab es auch im Geschäftsjahr 2017 keine Handelsbuchaktivitäten im Depot A der Bank. Im Handelsbestand befindet sich am Bilanzstichtag keine Position; ein Nettoergebnis aus dem Handelsbestand kommt folglich nicht zum Ausweis. Die IBB kann somit die Erleichterungen des Artikels 94 CRR nutzen.

Neben einer kleineren Aktienposition mit einem Buchwert in Höhe von 101,0 TEUR befinden sich im Depot A ausschließlich variabel verzinste Anleihen mit einem Nominalvolumen in Höhe von 92,0 Mio. EUR. Bei den Emittenten handelt es sich um deutsche Bundesländer oder Förderbanken, eine Anstalt des öffentlichen Rechts und in einem Fall um einen öffentlichen Pfandbrief einer deutschen Landesbank.

Ein Teilbetrag in Höhe von 51,0 Mio. EUR ist der Liquiditätsreserve zugeordnet, 41,0 Mio. EUR dem Anlagebuch. Von dem gesamten Wertpapierbestand wurden 82,0 Mio. EUR in das Pfanddepot der Deutschen Bundesbank eingeliefert, 5,0 Mio. EUR dienen der Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) zur Besicherung durchgeleiteter öffentlicher Fördermittel und weitere 5,0 Mio. EUR sind nicht verpfändet.

 

Verwaltungsaufwendungen

Der Verwaltungsaufwand setzt sich aus Personal- und sonstigen Verwaltungsauf.wendungen (inkl. AfA) zusammen. Diese Gesamtposition bewegte sich mit einer nur leichten Steigerung (2,0 % bzw. 0,5 Mio. EUR) nahezu auf Vorjahresniveau. Maßgebliche Treiber des Verwaltungsaufwands sind die Kosten für externe Beratungsleistungen und Datenverarbeitungskosten sowie die zur Umsetzung regulatorischer Vorgaben notwendigen Ressourcen.

Die bereits in der Vergangenheit eingeleiteten und kontinuierlich vorangetriebenen Maßnahmen zur Kosteneinsparung sowie eine entsprechende Kostendisziplin lassen sich auch an der Cost-Income-Ratio (CIR) ablesen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte diese Kennziffer weiter verbessert werden und kann als sehr zufriedenstellend bewertet werden.

 

Risikovorsorge

Die in den Vorjahren angestoßenen umfangreichen Maßnahmen zur konsequenten Bereinigung und Steuerung des Kreditportfolios sowie der nachhaltigen Risikominderung haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut positiv ausgewirkt.

Im Ergebnis haben sich die Nettozuführungen zur Risikovorsorge nur leicht erhöht und liegen damit wiederholt auf einem guten Niveau. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dies einen leichten Anstieg: von 5,1 Mio. EUR um 0,4 Mio. EUR bzw. 7,8 % auf 5,5 Mio. EUR. Dieser Anstieg ist auf Beiträge für Kreditversicherungen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR) zurückzuführen.

In den Sonderposten »Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB« wurden 4,4 Mio. EUR und damit 0,3 Mio. EUR bzw. 7,3 % mehr als im vorangegangenen Jahr eingestellt.

 

Betriebsergebnis und Jahresüberschuss

Der deutlich gesteigerte Zinsüberschuss, der nur leicht gestiegene Verwaltungsaufwand sowie die wiederholt niedrige Risikovorsorge haben dazu geführt, dass das Betriebsergebnis vor Steuern im Berichtsjahr deutlich gesteigert werden konnte – und zwar von 10,3 Mio. EUR um 2,4 Mio. EUR bzw. 23,3 % auf 12,7 Mio. EUR.

Wird das Vorjahresergebnis um die Steuererstattung, die sich im vorigen Jahr aufgrund der veränderten Rechtsauslegung für die Besteuerung von stillen Einlagen in Höhe von 1,4 Mio. EUR ergab, bereinigt, ergibt sich eine noch deutlichere Steigerung des Betriebsergebnisses.

Der Jahresüberschuss bzw. das Ergebnis nach Steuern beträgt unverändert 5,2 Mio. EUR.

2

exkl. Depots ohne Bestand

3

Verwaltungsaufwand (inkl. AfA) ÷ Rohertrag

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das Ziel des Finanzmanagements besteht darin, die IBB risiko- und kostenoptimal mit den erforderlichen finanziellen Mitteln zu versorgen. Insbesondere ist die Zahlungsfähigkeit jederzeit zu gewährleisten. Die Bank verfügt über ein leistungsfähiges Liquiditätsmanagement- und -überwachungssystem.

Als Nischeninstitut legt die IBB ihren geschäftlichen Schwerpunkt auf das Aktivgeschäft ihrer Firmen- und Gewerblichen Immobilienkunden; kleinteiliges Privatkundengeschäft mit Zahlungsverkehrskonten und Spareinlagen wird – seit jeher – nicht durchgeführt. Dieses Geschäftsmodell ermöglicht der Bank, ihr Aktiv-/Passivmanagement weitgehend fristenkongruent zu steuern. Das Refinanzierungsrisiko wird durch eine breite Streuung der Finanzierungsquellen, vor allem Kapitalsammelstellen, geschmälert.

Um keine Währungsrisiken einzugehen, sind sämtliche Fremdwährungspositionen entweder währungskongruent refinanziert oder mittels Finanztermingeschäften gegen Währungsrisiken abgesichert.

 

Kapitalstruktur

Bei den oben dargestellten Werten handelt es sich um Bruttovolumina (ohne Kompensationen, Zinsabgrenzungen etc.). Deshalb weichen diese Daten von den Bilanzwerten ab. Quelle und Methode wurden in diesem Jahr neu aufgesetzt. Deshalb sind hierfür keine Vorjahreswerte vorhanden.

 

 

Bilanz- und Rentabilitätskennzahlen

Im vergangenen Geschäftsjahr hat die IBB ihr Ziel des stetigen und maßvollen Geschäftsausbaus weiterverfolgt. So legte die Bilanzsumme von 1.257,8 Mio. EUR im Vorjahr um 115,9 Mio. EUR bzw. 9,2 % zu. Ebenso wurde das Geschäftsvolumen von 1.423,8 Mio. EUR um 149,3 Mio. EUR bzw. 10,5 % ausgeweitet.

Ein Blick auf die Aktivseite zeigt, dass das bilanzierte Forderungsvolumen von 989,8 Mio. EUR um 182,6 Mio. EUR bzw. 18,4 % auf 1.172,4 Mio. EUR gesteigert werden konnte.

Auf der Passivseite haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wiederholt rückläufig entwickelt – von 93,8 Mio. EUR um 15,7 Mio. EUR bzw. 16,7 % auf 78,1 Mio. EUR.

Mit einem Bestand in Höhe von 1.079,9 Mio. EUR haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit einem Plus von 13,7 % bzw. 130,5 Mio. EUR deutlich erhöht (Vorjahr: 949,4 Mio. EUR).

Die IBB steuert ausschließlich nach finanziellen Leistungsindikatoren. Dabei werden die absoluten Erträge und Kosten gesteuert. In dieser Systematik erfolgt eine von der Geschäftsstrategie abgeleitete Planung der Bilanz und der Gewinn-und Verlustrechnung.

Das Eigenkapital wird über die Allokation regulatorischer und ökonomischer Limite sowie über die Eigenmittelquote gesteuert. Die Kapital-Zielquoten werden unter Berücksichtigung der durch die EZB aufgestellten zusätzlichen Eigenmittelanforderungen definiert. Die Rentabilitätsziele werden über die Eigenkapitalrentabilität gesteuert.

 

Kreditvolumen

Das um 11,8 % gestiegene bilanzierte Forderungsvolumen (Kunden) ist auf die gesteigerten Geschäftsaktivitäten in den Segmenten Gewerbliche Immobilienkunden und Forderungsfinanzierung zurückzuführen. Der Rückgang des nicht bilanzierten Forderungsvolumens erklärt sich aus dem im Jahr 2008 planmäßig eingestellten Kapitalanlegergeschäft. Bis dahin wurden die ausgereichten Darlehen nach ihrer Valutierung zu Forderungspaketen gebündelt und an externe Bankenpartner ausplatziert. Die Betreuung und spätere Prolongationen verblieben bei der IBB. Aufgrund ausbleibender Prolongationen bzw. der geringen Quote von Verlängerungen nahm diese Position entsprechend ab.

 

Eigenkapitalausstattung, Liquidität und Refinanzierung

Mit den in den Vorjahren durchgeführten Kapitalmaßnahmen hatte die Bank bereits die Grundlagen für zukünftige aufsichtsrechtliche Eigenkapitalanforderungen und das geplante Wachstum geschaffen. Diese Maßnahmen haben sich im vergangenen Geschäftsjahr als ausreichend erwiesen. Abzulesen ist dies auch an der Entwicklung der Gesamtkapitalquote.

Die Liquiditätskennzahl gemäß § 11 KWG (Liquiditätskennzahl nach Liquiditätsverordnung) lag im Jahresdurchschnitt bei 3,26 (Vorjahr: 4,01) und bewegte sich damit klar über der aufsichtsrechtlich geforderten Untergrenze von 1,00.

Die seit 1. Oktober 2015 zu erfüllende Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio – LCR) liegt zum 31. Dezember 2017 bei 468,6 %. Die LCR-Quote lag im 12-Monatsdurchschitt bei 199,6 %. Eine Unterschreitung der geforderten Mindestquote für das Jahr 2017 von 80 % lag nicht vor.

Für die IBB gilt derzeit ein SREP9 -Zuschlag in Höhe von 0,5 %, der sich wie folgt zusammensetzt:

  1. Kapitalzuschlag aufgrund des Zinsänderungsrisikos > 0,0 %,
  2. Kapitalzuschlag aufgrund weiterer wesentlicher Risiken > 0,5 % und
  3. individueller Kapitalzuschlag > 0,0 %.

Die Refinanzierungsstruktur der IBB zeigte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin sehr stabil. Unverändert stellen Verbindlichkeiten gegen Kunden die mit Abstand größte Refinanzierungsquelle dar. Innerhalb dieser Position stammen wesentliche Teile der Mittel von Kapitalsammelstellen, beispielsweise Versicherungen oder Kommunen.

Innerhalb der Bilanzposition »Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten« (78,1 Mio. EUR) werden auch durchgeleitete öffentliche Fördermittel in Höhe von 70,7 Mio. EUR ausgewiesen.

Bei verschiedenen Partnerbanken bestehen Geldhandelslinien, die im Rahmen der Dispositionen fallweise genutzt werden. Eventuell auftretender Spitzenbedarf an Liquidität kann primär durch Refinanzierungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bundesbank gedeckt werden. Zu diesem Zweck werden Wertpapiere im Pfanddepot hinterlegt. In 2017 ist es zu keinem Liquiditätsengpass gekommen.

Für Dezember wurden, maßgeblich aufgrund von Kreditzusagen, hohe Liquiditäts.abflüsse erwartet. Tatsächlich traten diese bzw. die Kreditinanspruchnahmen erst im ersten Quartal 2018 ein, was zum Ende des abgelaufenen Jahres zu vorüber.gehend erhöhten Liquiditätsbeständen geführt hatte.

Beteiligungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden vier geschlossene Fonds, bei denen es sich um Rettungserwerbe handelt, unverändert gehalten: 

  • »CityCenter Chemnitz KG« (2,60 % des Gesellschaftskapitals)
  • »Klinik Malchow Immobilienfonds GmbH Co. KG« (2,63 % des Gesellschaftskapitals)
  • »Natalie Schulte Shipping GmbH & Co. KG« (0,16 % des Gesellschaftskapitals)
  • »Sachwert Rendite-Fonds Indien GmbH & Co. KG« (0,06 % des Gesellschaftskapitals)

Sämtliche Beteiligungen sind auf einen Wert von 0,00 EUR abgeschrieben.

 

Gesamtaussage zu Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

In einem wiederholt herausfordernden Geschäftsumfeld hat sich die IBB im vergangenen Jahr gut behauptet. Hierzu hat vor allem die Steigerung des Zinsüberschusses maßgeblich beigetragen. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang, dass die Bank bestrebt ist, sich möglichst fristenkongruent zu refinanzieren. 

In den Segmenten Private Banking und Firmenkunden ist das Marktumfeld nach wie vor schwierig. Der freundliche Aktienmarkt konnte teilweise dazu genutzt werden, dass die Provisionserlöse im Private Banking im Vergleich zum Vorjahr – trotz leicht rückläufiger Volumina bei den Assets under Administration – gesteigert werden konnten. Im Bereich Firmenkunden sind die erzielbaren Margen nach wie vor niedrig. Marktchancen wurden – wo möglich – genutzt. Die Ergebnisbeiträge im Gewerblichen Immobilienkundengeschäft und im Segment Forderungsfinanzierung haben sich planmäßig sehr gut entwickelt. Dies lag nicht zuletzt an einem stetig wachsenden Markt für Forderungsfinanzierungen und der nach wie vor hohen Nachfrage für Immobilien. 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Provisionserträge zum Jahresende im Plan lagen, wenngleich die Provisionsaufwendungen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. 

Für 2017 wurden die Kundenkreditvolumina mit 1.000,0 Mio. EUR geplant, tatsächlich beliefen sie sich auf 1.082,0 Mio EUR und lagen mit 82,0 Mio. EUR bzw. 8,2 % über Plan. Wesentlicher Treiber hierfür war das Volumenwachstum in den Bereichen Forderungsfinanzierung und Gewerbliche Immobilienkunden. Der Anteil des Bereichs Gewerbliche Immobilienkunden am Kreditvolumen belief sich zum Jahresende 2017 auf rund 50 %. Die Risikovorsorge lag mit 5,5 Mio. EUR zwar leicht über dem Vorjahreswert, unterschritt jedoch den Planwert von 7,0 Mio. EUR deutlich. Eine konservative Kreditbewertung führte zu Einzelwertberichtigungen (EWB) in Höhe von 4,1 Mio. EUR (EWB-Quote: 0,38 %). Die EWB bewegen sich im Vorjahresvergleich auf konstantem Niveau. Das um 7,9 % gestiegene Bewertungsergebnis für Forderungen und Wertpapiere der Liquiditätsreserve resultiert im Wesentlichen aus Aufwendungen für Kreditversicherungen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR).

Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (§ 340g HGB) wurden in 2017 4,4 Mio. EUR zugeführt. 

Das Ziel für 2017, trotz erhöhter Projektkosten und zusätzlicher Investitionen in die Personal-, Organisations- und IT-Infrastruktur, bei leicht steigenden Kundenkreditvolumina und konstanter Risikovorsorge ein Betriebsergebnis vor Steuern von 10,3 Mio. EUR zu erreichen, wurde um 2,4 Mio. EUR übertroffen, womit ein Ergebnis von 12,7 Mio. EUR erreicht wurde. Es konnte planmäßig ein Jahresüberschuss in Höhe von 5,2 Mio. EUR ausgewiesen werden.

 

 

4

Bilanzsumme + Eventualverbindlichkeiten + andere Verpflichtungen

5

Eigenmittel ÷ Gesamtforderungen (Gesamtkennziffer nach § 10 KWG i. V. m. Art. 92 Abs. 1 CRR)

6

Betriebsergebnis vor Steuern (vor Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB) ÷ Eigenkapital

7

Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital

8

Jahresüberschuss ÷ Bilanzsumme (Offenlegung gem. § 26a Abs. 1 S. 4 KWG)

9

Supervisory Review and Evaluation Process (aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess)

MITARBEITER

MITARBEITER

Die Erhöhung der Mitarbeiterzahl ergibt sich aus den neu geschaffenen Stellen in den Bereichen Compliance und Prozess- und Produktsteuerung. 

Es wurden im Jahr 2017 Anpassungen in der Aufbauorganisation vorgenommen. Der bisher ausgelagerte Bereich Compliance wurde organisatorisch zum 1. Januar 2017 wieder in die Bank eingegliedert. 

Im Jahr 2017 wurde ein ganzheitliches Personalentwicklungskonzept erarbeitet und eingeführt. Auf Basis von Führungskräfteinterviews wurden Entwicklungsbausteine sowohl für Führungskräfte als auch für Potenzialträger festgelegt. Die ersten Seminare mit einem externen Anbieter wurden in diesem Zusammenhang bereits durchgeführt. Die Umsetzung der weiteren Bestandteile des Personalentwicklungskonzepts ist für die kommenden drei Jahre geplant. Dies beinhaltet unter anderem eine jährliche Schulung für Führungskräfte sowie den Start eines Kompetenzmanagements auf allen Mitarbeiterebenen.

 

10

Die Fluktuationsrate beinhaltet alle Abgänge der IBB, die von Mitarbeitern durch eine Eigenkündigung initiiert wurden.

RISIKOBERICHT

RISIKOBERICHT

Das Risikomanagement der IBB ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen, angemessen zu bewerten und zu limitieren. Hierzu erfolgen im Rahmen eines Risikomanagementprozesses die Risikoerkennung, die Risikobewertung, das Risikocontrolling, das Risikoreporting sowie die Risikosteuerung aller als wesentlich eingestuften Risiken. Ziel des Risikomanagements ist eine zielkonforme und systematische Risikosteuerung. 
 

Risikobericht

ORGANISATION DES RISIKOMANAGEMENTS

Risikomanagement auf Institutsebene 

Der Vorstand ist für ein dem Umfang, der Komplexität und dem Risikogehalt der betriebenen oder beabsichtigten Geschäfte der Bank entsprechendes funktionsfähiges Risikomanagementsystem (RMS) – ungeachtet der organisatorischen Zuordnung zum Marktfolgevorstand – gesamtverantwortlich. Dies schließt die regelmäßige Überprüfung und fortlaufende Weiterentwicklung des Systems, die Festlegung und Anpassung der Gesamtgeschäftsstrategie (einschließlich der Risikostrategie), die Limitierung von Risiken sowie die Berichterstattung an den Aufsichtsrat mit ein. 

Die Risikocontrolling-Funktion der IBB ist bis einschließlich der Ebene der Geschäftsleitung organisatorisch von den Bereichen getrennt, die für die Initiierung bzw. den Abschluss von Geschäften verantwortlich sind. Somit wird die notwendige organisatorische Unabhängigkeit innerhalb des Instituts gewährleistet. Die Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) an die Risikocontrolling-Funktion und deren Leitung werden dabei beachtet.

 

Risikomanagement auf Gruppenebene

Die Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH (Muttergesellschaft der IBB) ist eine Finanz-Holding-Gesellschaft. Gemeinsam mit der IBB stellt sie somit eine Finanzholdinggruppe dar. Weitere konsolidierungspflichtige Unternehmen gibt es nicht. Die Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH hat für die Bank den alleinigen Geschäftszweck einer Muttergesellschaft ohne operatives Geschäft. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen der jährlichen Risikoinventur keine wesentlichen Risiken bei der Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH identifiziert. Der Umfang des Risikomanagements und die Art der verwendeten Methoden der IBB werden daher auf die Einzelinstitutsebene beschränkt. 

 

 

Risikobericht

GESCHÄFTS- UND RISIKOSTRATEGIE

Die Ausgestaltung des RMS orientiert sich an der festgelegten Geschäfts- und Risikostrategie. Für die Ausarbeitung dieser Strategien ist der Gesamtvorstand verantwortlich. In der Geschäfts- und Risikostrategie werden Unternehmensziele und Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs sowie das Grundverständnis der Bank zu wesentlichen geschäftspolitischen Fragen dargestellt. 

Die Risikostrategie ist Bestandteil der Geschäftsstrategie und legt in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und bankaufsichtsrechtlich zu beachtenden Anforderungen den grundsätzlichen Umgang mit Risiken innerhalb der Bank fest. 

Geschäfts- und Risikostrategie der Bank werden mindestens jährlich überprüft, ggf. aktualisiert und dem Aufsichtsrat – als Aufsichtsorgan der Bank – zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

 

 

Risikobericht

RISIKOMANAGEMENTPROZESS

Der Risikomanagementprozess umfasst die Risikoerkennung, die Risikobewertung, das Risikocontrolling, das Risikoreporting sowie die Risikosteuerung. Ausgehend von der strategischen Geschäftsausrichtung, legt der Vorstand die risikopolitischen Grundsätze fest, die zusammen mit der Risikolimitierungsstruktur in der Geschäfts- und Risikostrategie verankert sind. 

 

Risikoerkennung 

Zur Beurteilung des Gesamtrisikoprofils und der für das Institut wesentlichen Risiken wird mindestens jährlich und anlassbezogen eine Risikoinventur durchgeführt. Gegenstand ist die Überprüfung bestehender und die Ermittlung etwaiger neuer wesentlicher Risiken unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen. 

Die als wesentlich eingestuften Risiken ergeben sich unmittelbar aus der operativen Geschäftstätigkeit der Bank und wurden in der letzten Risikoinventur wie folgt identifiziert:

  • Adressausfallrisiken Kundengeschäft gesamt sowie Adressrisiken Eigen.geschäft in den Ausprägungen des Kontrahenten-/Emittenten-Credit-Spread- und Migrationsrisikos 
  • Marktpreisrisiken in der Ausprägung des Zinsänderungsrisikos 
  • Liquiditätsrisiken in den Ausprägungen des Zahlungsunfähigkeitsrisikos (dispositives Liquiditätsrisiko) und des Marktliquiditätsrisikos (strukturelles Liquiditätsrisiko) 
  • Operationelle Risiken
  • Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisiko

Die Bank ermittelt im Rahmen der jährlichen Risikoinventur mögliche neue Risikofelder sowie die Entwicklung der bestehenden Risiken unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen. Auffälligkeiten in den jeweiligen Risikoausprägungen unterliegen einer unterjährigen Beobachtung und werden in der jährlichen und anlassbezogenen Risikoinventur (bzw. im Rahmen eines Anpassungsprozesses gemäß AT 8 MaRisk) analysiert und dokumentiert.

 

Risikobewertung

Die als wesentlich eingestuften Risiken werden im Rahmen der Risikobewertung quantitativ und qualitativ evaluiert. Als Grundlage dienen die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die regelmäßige Risikoberichterstattung. Im Rahmen der quantitativen Analyse nutzt die Bank Module aus dem Gesamtbanksteuerungssystem VR-Control® der Fiducia & GAD IT AG. Die Nutzung dieser Systeme wird regelmäßig im Rahmen von Workshops mit der Fiducia & GAD IT AG überprüft und systematisch weiterentwickelt.

 

Risikocontrolling und -reporting

Die unmittelbare und vollständige Information der Organisationseinheiten über die sie betreffenden wesentlichen Risiken bildet das Fundament einer wirksamen Risikoüberwachung und -kommunikation. Für die regelmäßige Risikoberichterstattung sind deshalb feste Kommunikationswege und Informationsempfänger bestimmt. Die Erstellung und Kommunikation des Risikoreportings erfolgt durch die Risikocontrolling-Funktion. Die Risikoüberwachung und Risikokommunikation der Bank werden ausführlich in der Rahmenanweisung für das Risikomanagement dargestellt. Nach dem Prinzip der dezentralen Risikosteuerung verantworten auf operativer Ebene die Risikoinhaber (Führungskräfte sowie Prozess- und Produktverantwortliche) die für ihre Bereiche relevanten Risiken. 

Der Informations- und Kommunikationsprozess wird von der Internen Revision – als prozessunabhängige Institution – geprüft und beurteilt. Das Überschreiten vorgegebener Warn- und Schwellenwerte führt unverzüglich nach entsprechender Kenntnis zu einer Ad-hoc-Berichterstattung an den zuständigen Vorstand bzw. Gesamtvorstand. Beim Auftreten von neuen Risiken, für die noch keine Regelungen getroffen wurden, sind der unmittelbare Vorgesetzte sowie die Abteilung Risikomanagement durch die Risikoinhaber unverzüglich zu informieren. Der Aufsichtsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Darüber hinaus wird der Aufsichtsrat bei unter Risikogesichtspunkten wesentlichen Sachverhalten ad hoc informiert.

 

Risikosteuerung

Die Risikosteuerung umfasst die Summe aller Maßnahmen zur limitadäquaten Begrenzung, Verringerung, Vermeidung oder Übertragung von Risiken. 

Voraussetzungen hierfür sind die laufende Überwachung der Risiken und die unmittelbare Kommunikation der aktuellen Risikosituation, insbesondere durch die Risikoinhaber. Ziel ist es, das Risikoniveau gemäß Vorgabe der Risikostrategie zu steuern. Aufgabe der Risikosteuerung ist somit nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern vielmehr eine zielkonforme und systematische Risikohandhabung. 

Dabei sind folgende Grundsätze zu beachten:

  • Verzicht auf Geschäfte, deren Risiko vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit und der Risikostrategie der Bank nicht vertretbar ist
  • Systematischer Aufbau von Geschäftspositionen, bei denen Ertragschancen und Risiken in angemessenem Verhältnis stehen 
  • Risikobegrenzung durch Übertragung nicht strategiekonformer Risiken auf andere Marktteilnehmer (z. B. über Versicherungsverträge oder Schließung offener Positionen über Derivate) 
  • Gezielte Steuerung und weitgehende Vermeidung von Risikokonzentrationen
  • Schadensbegrenzung durch aktives Management aufgetretener Schadensfälle 

Des Weiteren führt die IBB Stresstests für die wesentlichen Risikoarten durch. Die den Stresstests zugrunde liegenden Annahmen werden in regelmäßigen Abständen, jedoch mindestens jährlich, überprüft und ggf. angepasst. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Stresstests werden verwendet, um Handlungs- und Steuerungsmaßnahmen abzuleiten.

 

 

Risikobericht

ÜBERPRÜFUNG DER METHODEN UND VERFAHREN

Die IBB führt eine Überprüfung der Methoden und Verfahren zur Risikomessung sowie eine Überprüfung der Angemessenheit der Methoden und Verfahren zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit durch. Zusätzlich werden die ermittelten Risikowerte einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Des Weiteren erfolgt eine Überprüfung der verwendeten Verfahren und Methoden auf Basis der Ergebnisse der Risikoinventur unter Berücksichtigung des Gesamtrisikoprofils sowie der ermittelten Risikokonzentrationen. Die wesentlichen zugrunde liegenden Annahmen werden von der Geschäftsleitung genehmigt. 

 

Risikobericht

GESAMTRISIKOPROFIL

Adressrisiken

Die Adressrisiken der IBB setzen sich aus den folgenden wesentlichen Risikoarten zusammen: 

Adressausfallrisiko Kundengeschäft

Als Adressausfallrisiko Kundengeschäft wird das Risiko eines wirtschaftlichen Verlustes aufgrund eines Ausfalls eines Kreditnehmers verstanden. Es beinhaltet, dass ein Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht oder nur zum Teil nachkommen kann. Der entstehende Verlust kann folgende Bestandteile enthalten: Forderungsausfall, entgangene Zinszahlungen, Kosten für die Rechtsverfolgung sowie sonstige Kosten. 

Die Adressausfallrisiken Kundengeschäft finden ihre besondere Ausprägung im Ausfallrisiko und im Bonitätsrisiko. Die Höhe des Ausfallrisikos auf Einzelgeschäftsebene richtet sich in erster Linie nach der Höhe der Forderungen, der Bonität, der Branchenzugehörigkeit und ggf. der Herkunft des Schuldners. Gleichzeitig sind dessen geleistete Sicherheiten und die Kreditlaufzeit relevant.

Adressrisiken Eigengeschäft (Migrations-, Ausfall- und Spreadrisiko)

Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass die Gegenpartei ausfällt und eine ursprünglich abgesicherte Position zum aktuellen Marktkurs abgewickelt werden muss. Das Risiko findet seinen Ausdruck im Wiedereindeckungsrisiko, dem Vorleistungsrisiko sowie dem Abwicklungsrisiko. 

Auf dem Zinsmarkt bezeichnet der Credit Spread die Risikoprämie, die der Emittent dem Käufer als Versicherung zahlen muss, um das eingeschätzte Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit von Seiten des Emittenten abzudecken. 

Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr von Wertschwankungen eines Geschäftes aufgrund der Migration in eine schlechtere Ratingklasse.

Die Adressrisiken stellen das größte Risiko der Bank dar. Hierunter fallen sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Kundengeschäfte und Geschäfte mit Kreditinstituten. 

Die in der Geschäftsstrategie definierten Kundengeschäfte bergen in sich Risikokonzentrationen bezüglich Regionen, Branchen und Kreditgrößen. Für diese Risiko.konzentrationen bestehen Limite im Bestandsgeschäft. 

Zur Risikoklassifizierung verwendete die IBB bisher die Ratingverfahren der Creditreform Rating Agentur. Im Jahr 2017 wurde damit begonnen, die bestehenden Ratingverfahren der Creditreform Rating Agentur auf die Ratingverfahren der CredaRate Solutions GmbH umzustellen. Dies wurde im Januar 2018 abgeschlossen. Eine jährliche Validierung wird erstmals mit Stichtag 31. Dezember 2018 stattfinden. 

Im Rahmen der Bewertung von Sicherheiten zur Kreditrisikominderung hat die IBB einheitliche Standards und Beleihungsgrenzen je Sicherheitenart festgelegt. Bei der Festlegung der Beleihungsgrenzen hat sich die IBB an branchenüblichen Werten orientiert, welche jährlich auf Basis einer Analyse der Verwertungsquoten je Sicherheitenart plausibilisiert werden. Ebenso sind Regelungen für eine regelmäßige und anlassbezogene Überprüfung der Sicherheitenwerte implementiert, um möglichen Veränderungen der Werthaltigkeit der Sicherheiten Rechnung zu tragen.

Bis auf wenige Ausnahmen werden Geschäfte in einem 2-Voten-Verfahren beschlossen und unterliegen vor Auszahlung einer strengen Kontrolle durch ein internes Kontrollsystem. Dieses wird durch Frühwarnindikatoren ergänzt, um Risiken frühzeitig erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die IBB hat objektive Verfahren und Kriterien festgelegt, anhand derer sich die Bildung der Risikovorsorge und die Zuordnung von Kunden in Ausfallklassen orientieren. Dabei orientiert sich die IBB an den regulatorischen sowie handelsrechtlichen Vorgaben zur Bildung der Risikovorsorge und Zuordnung von Kunden bzw. Forderungen zu Ausfallklassen. 

Im Jahr 2017 wurde die Risikoberichterstattung auf das Nettoblankorisikovolumen als Bezugsgröße umgestellt. Dieses ist in den folgenden Grafiken für das Kundengeschäft dargestellt und entspricht dem höheren Betrag aus Inanspruchnahme bzw. Kreditzusage inkl. Berücksichtigung von Sicherheiten und Einzelwertberichtigungen.

 

Nettoblankorisikovolumen nach Regionen (Kundengeschäft)

 

Nettoblankorisikovolumen nach Größenklassen (Kundengeschäft)

Nettoblankorisikovolumen nach Branchen (Kundengeschäft)

 

Risikoklassifizierung

Die Einteilung der oben stehenden Graphik orientiert sich an der Risikoeinstufung nach Prüfungsberichtsverordnung. Dabei wird ab einer Ausfallwahrscheinlichkeit von mehr als 4 % von einem erhöhten Ausfallrisiko ausgegangen.

Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung wendet die IBB statistische Verfahren und Modelle (Kreditportfoliomodelle) zur Risikoquantifizierung an. Dabei wird im Kundengeschäft das Modell Credit Risk+ und im Eigengeschäft das Modell Credit Risk Metrics verwendet. Der Risikobetrachtungshorizont ist 1 Jahr, das Konfidenzniveau 99 %. 

Die Adressrisiken haben in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung einen Anteil von 85,7 % an der Summe der Risiken.

 

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko der IBB besteht aus folgendem wesentlichen Risiko: 

 

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko (auch in Währung) kann als negative Abweichung des Zinsüberschusses von einem zuvor erwarteten Wert verstanden werden. Steigende Zinsen z. B. führen bei einem passivischen Elastizitätsüberhang zu höheren Refinanzierungskosten und damit zu einer Verminderung der Zinsspanne. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet auch Verluste, die durch Marktpreisschwankungen von Wertpapieren entstehen (Zins induziert). Das Risiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes einer Zinsposition, die auf eine Veränderung der Marktpreise zurückzuführen ist. 

Um das Zinsänderungsrisiko so gering wie möglich zu halten, ist das Ziel der IBB, sich fristenkongruent zu refinanzieren. 

Die IBB wird durch eine konservative Anlagestrategie bei den Wertpapieren das Marktpreisrisiko so niedrig wie möglich halten. Die Bank betreibt als Nichthandelsbuchinstitut keine bzw. nur in Ausnahmefällen Handelsgeschäfte in sehr geringem Umfang. In der Liquiditätsreserve werden ausschließlich Wertpapiere gehalten, die zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben erforderlich sind. 

Um Marktpreisrisiken aus Devisen- und Derivategeschäften mit Kunden zu vermeiden, werden alle Geschäfte kongruent geschlossen. 

Über das Marktpreisrisiko wird im monatlichen Marktpreisrisikoreport berichtet. Dieser beinhaltet eine Zinsbindungs- und Zinsablaufbilanz, die Geschäftsvorschaurechnung inkl. der Zinsszenarien (auch Risiko- und Stressszenarien) sowie eine Übersicht über das Depot A. In Abgrenzung zum Adressrisiko sind im Marktpreisrisikoreport keine bonitäts- und spreadinduzierten Marktpreisänderungen enthalten. Diese werden von der IBB dem Adressrisiko Eigengeschäfte zugeordnet. 

Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung wendet die IBB Risikoszenarien an, welche mögliche Zinsveränderungen beinhalten. Bei der Festlegung der Art und des Umfangs der Zinsveränderungen stützt sich die IBB auf historische Marktzinsveränderungen sowie hypothetische Marktzinsveränderungen. Der Risikobetrachtungshorizont ist 1 Jahr, das Konfidenzniveau 99 %. Die Marktpreisrisiken haben in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung einen Anteil von 6,6 % an der Summe der Risiken.

 

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko der IBB besteht aus folgendem wesentlichen Risiko: 

Zahlungsunfähigkeitsrisiko (dispositives Liquiditätsrisiko) Das dispositive Liquiditätsrisiko (auch Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) bezeichnet das Risiko, dass die Bank nicht in der Lage ist, ihren kurz- bis mittelfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, ohne die operative Geschäftstätigkeit oder die Finanzlage der Bank signifikant zu beeinträchtigen. 

Im Zusammenhang mit der dispositiven Liquiditätssteuerung verfolgt die IBB gemäß ihrer Risikostrategie folgende Ziele: 

  1. Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der kurz- bis mittelfristigen Zahlungsfähigkeit 
  2. Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennziffern (LiqV, LCR, NSFR) 
  3. Erfüllung des Mindestreserve-Solls

Das dispositive Liquiditätsrisiko ist durch folgende Risikounterarten gekennzeichnet: 

 

Abrufrisiko

Das Abrufrisiko stellt die Gefahr dar, dass Eventualverbindlichkeiten (insbesondere Kreditzusagen) unerwartet in Anspruch genommen werden bzw. Einlagen (insbesondere Kunden-Sichteinlagen) unerwartet abgerufen werden.

 

Terminrisiko 

Das Terminrisiko betrachtet die Gefahr einer unplanmäßigen Verlängerung der Kapitalbindungsdauer bzw. einer nicht rechtzeitigen Zinszahlung von Aktivgeschäften (insbesondere infolge von Einzelwertberichtigungen). 

Bonitätsrisiko

Das Bonitätsrisiko betrachtet die Gefahr, dass die Bank aufgrund eines schlechteren Ratings oder Scorings nicht in der Lage ist, ausreichend liquide Mittel über den Markt zu beschaffen. 

Marktliquiditätsrisiko (strukturelles Liquiditätsrisiko)

Das strukturelle Liquiditätsrisiko (Liquiditätsfristentransformationsrisiko, Refinanzierungsrisiko) beschreibt das mittel- bis langfristige Risiko, dass sich aufgrund einer Veränderung der Marktgegebenheiten (z.B. Marktstörungen durch Vertrauenskrisen) oder der Stellung der Bank am Markt die eigenen Refinanzierungskosten deutlich erhöhen. Geschäfte können nur mit Verlust aufgelöst bzw. glattgestellt werden und Anschlussrefinanzierungsgeschäfte können nur zu erheblich schlechteren Konditionen abgeschlossen werden. Hierdurch entstehen der Bank Verluste. Im Gegensatz zum dispositiven Liquiditätsrisiko können und müssen diese möglichen Verluste durch das Risikodeckungspotenzial jederzeit abgedeckt sein. Daher wird das strukturelle Liquiditätsrisiko in dem Risikotragfähigkeitskonzept der IBB AG entsprechend integriert.

Das dispositive Liquiditätsrisiko kann durch seine ökonomische Besonderheit nicht sinnvoll mit ökonomischem Kapital unterlegt werden. Aus diesem Grund erfolgt keine Berücksichtigung des Liquiditätsrisikos in der monatlichen Risikotragfähigkeitsrechnung. Die Liquiditätsrisiken der IBB werden mittels eines zweiten Steuerungskreislaufs berücksichtigt und in den Risikosteuerungs- und -controllingprozess eingebunden. In diesem Rahmen werden Liquiditätsrisiken mindestens monatlich sowie anlassbezogen von einem Risikokomitee im Rahmen einer Liquiditätssitzung analysiert und beurteilt. Über das Liquiditätsrisiko wird im monatlichen Liquiditätsrisikoreport berichtet. Die IBB greift hier bei der Darstellung des Liquiditätsrisikos auf Liquiditätsablaufbilanzen, auf einen Expected Shortfall sowie Fälligkeitsdarstellungen zurück.

 

Operationelle Risiken

Risiken durch interne Verfahren, Menschen, Systeme sowie externe Einflüsse 

Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder aufgrund von externen Ereignissen eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken und Risiken aus der Auslagerung (Outsourcing) von Geschäftstätigkeiten mit ein, nicht jedoch strategische Risiken oder Reputationsrisiken.

Veritätsrisiko

Veritätsrisiko ist das hinsichtlich des Bestands und der Realisierbarkeit einer angekauften Forderung bestehende Risiko, dass der Schuldner der angekauften Forderung nicht verpflichtet ist, in vollem Umfang zu leisten.  

Alle auftretenden Schadensfälle aus operationellen Risiken werden in einer Schadensfalldatenbank (Qualitätsmanager) erfasst und systematisch zur Ursachenbekämpfung quantifiziert und analysiert. Diese Auswertungen werden vierteljährlich bzw. anlassbezogen dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat reportet. Größere Schadensfälle sind dem Vorstand ad hoc mitzuteilen. Darüber hinaus hat die IBB einen Prozess zur jährlichen oder anlassbezogenen Beurteilung von operationellen Risiken implementiert (Self-Assessment). Hierbei werden Workshops mit ausgewählten Mitarbeitern durchgeführt, Risikoszenarien entworfen und bewertet.

Die IBB ist bestrebt, durch permanente Fortbildung der Mitarbeiter, Weiterentwicklung der Prozesse sowie Ausbau der technischen Standards die operationellen Risiken zu verringern bzw. sofern möglich, zu verhindern. Alle relevanten Verträge werden vor Inkrafttreten rechtlich geprüft. Durch Abschluss von Versicherungen wird versucht, nicht kalkulierbare Risiken abzufedern. Darüber hinaus wurde ein einheitlicher Prozess für betriebliche Veränderungen, Neuprodukte, Änderungen an bestehenden Produkten und Strukturen implementiert. Diese Veränderungen werden über den intern eingerichteten Lenkungsausschuss beantragt, besprochen und verabschiedet. Mitglied im Lenkungsausschuss sind u.a. die Organisationseinheiten mit besonderen aufsichtsrechtlichen Funktionen (Compliance, Interne Revision und Risikocontrolling). Darüber hinaus erfolgt im Rahmen dieses Prozesses die Einbindung von Informationssicherheit, Datenschutz sowie Zentrale Stelle (Betrugsprävention und Geldwäsche). 

Hauptziel von Auslagerungen (Outsourcing) ist, neben den wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die Minimierung von potenziellen Risiken mit Hilfe externer Spezialisten und deren Know-how. 

Die operationellen Risiken haben in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung einen Anteil von 7,7 % an der Summe der Risiken.

 

Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisiko 

Das Vertriebs- und Absatzrisiko bezeichnet die Gefahr, dass einzelne Produkte nicht oder nicht mehr zu den erwarteten Preisen abgesetzt bzw. nachgefragt werden. Das Vertriebs- und Absatzrisiko wird u. a. durch sich ändernde Rahmenbedingungen wie Marktumfeld, Mitwettbewerberverhalten, Kundenverhalten oder technologische Entwicklungen beeinflusst. 

Das Kostenrisiko bezeichnet die negative Abweichung von geplanten Kosten und der damit verbundenen negativen Auswirkung auf die Ertragslage. 

Die IBB definiert das Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisiko als Abweichung der Summe aus Verwaltungskosten, zinsähnlichen Erträgen und Provisionsüberschuss gegenüber den Planwerten. Es werden diejenigen Ergebniskomponenten berücksichtigt, welche nicht bereits in anderen Risikoarten enthalten sind. 

Die IBB reduziert durch ihren konservativen Planungsansatz negative Abweichungen von den Planwerten. Sollten sich dennoch Abweichungen von den Planwerten abzeichnen, so passt der Vorstand die aktuelle Hochrechnung umgehend an die sich abzeichnende Situation an. 

Ein Plan-Ist-Vergleich findet monatlich im Rahmen des Management-Informations-Systems statt.

Im Rahmen der Risikoinventur werden wesentliche Ertragsquellen hinsichtlich des Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisikos analysiert und beurteilt. 

Das Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisiko hat einen Anteil von 5,9 % am zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotenzial.

 

Mit wesentlichen Risiken verbundene Risikokonzentrationen

Risikokonzentrationen können aus dem Gleichlauf von Risikopositionen innerhalb von Risikoarten (Intra-Risikokonzentrationen) sowie dem Gleichlauf von Risiko.positionen über unterschiedliche Risikoarten (Inter-Risikokonzentrationen) entstehen. 

Sämtliche wesentlichen Risikoarten werden im Rahmen der jährlichen Risikoinventur hinsichtlich möglicher Risikokonzentrationen überprüft. 

Unterjährig auftretende Branchen- oder Größenkonzentrationen bei Adressenausfallrisiken werden mittels der bankinternen Berichtsstruktur identifiziert. Konzentrationen bei Liquiditätsrisiken werden in der monatlichen Liquiditätssitzung identifiziert und gesteuert. Konzentrationen bei Marktpreisrisiken werden anhand der bankinternen Vorgaben für Handelsgeschäfte identifiziert und gesteuert. Konzentrationen bei operationellen Risiken werden anhand des Self Assessments und der Auswertung des Qualitätsmanagers identifiziert und analysiert.

Intra-Risikokonzentrationen bestehen nach der genannten Analyse wie folgt: 

  • Adressrisiken Kundengeschäft: 

Im Adressrisiko Kundengeschäft bestehen Intra-Risikokonzentrationen bei den Regionen im Inland, den Größenklassen sowie den Branchen. 

  • Operationelle Risiken: 

Bei den operationellen Risiken besteht eine Intra-Risikokonzentration in der Ursachenkategorie der Rechtsrisiken. 

Die IBB richtet ihre Geschäftsstrategie so aus, dass bereits bekannte Inter-Risikokonzentrationen nicht verstärkt und neue Konzentrationen vermieden werden. 

Hierzu zählt die Ertragskonzentration (Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisiko) in Verbindung mit der Ausfallrisiko- und Sicherheitenkonzentration im Bereich Gewerbliche Immobilienkunden. 

Die in der Risikoinventur identifizierten Inter-Risikokonzentrationen werden durch entsprechende Stresstests in der Risikotragfähigkeit bzw. dem Liquiditäts-Reporting analysiert und überwacht.

 

Sonstige Risiken

Risiken, die nicht als wesentlich eingestuft wurden, werden nicht gesondert limitiert. Für diese wird durch den Abzug eines Risikobetrags vom Risikodeckungspotenzial ausreichend Vorsorge getroffen. 

Risikobericht

GESAMTRISIKOEINSCHÄTZUNG

Grundlage eines wirksamen Risikomanagements ist die vollständige Information der betroffenen Funktionseinheiten über alle wesentlichen Risiken. Gemäß den MaRisk erstellt die Bank einen vierteljährlichen Bericht, um einen Überblick über die wesentlichen Risiken auf Gesamtbankebene zu erhalten. Darin enthalten sind Auszüge aus den monatlichen Berichten zur Risikotragfähigkeit, zur Liquiditätslage, zum Kreditnehmerrisiko, zum Marktpreisrisiko, aus dem vierteljährlichen Schadensfallbericht sowie Strukturmerkmale zum Neugeschäft des Kreditportfolios. Sämtliche Berichte werden laufend an die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen angepasst. 

In der Konzeption der Risikotragfähigkeit müssen die wesentlichen Risiken des Instituts durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sein. Zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit wird ein monatlicher Bericht erstellt, der das Risikodeckungspotenzial sowie die wesentlichen Risiken enthält. Die IBB verwendet hierbei einen GuV-orientierten Ansatz unter der Prämisse der Unternehmensfortführung (going-concern). Bei sämtlichen VaR-Berechnungen wird ein Konfidenzniveau von 99,0 % unterstellt. Risiken, für die die IBB keine VaR-Berechnung verwendet, werden in der Risikotragfähigkeitsrechnung mit einem Risikobetrag i. S. von AT 4.1 Tz 5 MaRisk berücksichtigt. Der Risikohorizont beträgt 12 Monate. 

Das Risikodeckungspotenzial beinhaltet das für den rollierenden 12-Monats-Zeitraum geplante Betriebsergebnis vor Risiko, das Ist-Ergebnis nach Risiko sowie die zum Stichtag über die regulatorischen Eigenmittelanforderungen der Säule I hinausgehenden freien Eigenmittel. Zur Risikosteuerung wird das Risikodeckungspotenzial im Rahmen einer Limitsteuerung auf einzelne Risikoarten allokiert und ggf. in Unterlimite aufgeteilt. Diese Risikolimite stellen die Risikoneigung der Geschäftsleitung dar und dienen der Ableitung von Steuerungsmaßnahmen. Den einzelnen Risikolimiten werden im Bericht die quantifizierten Risikopotenziale gegenübergestellt. Sie enthalten sowohl erwartete als auch unerwartete Verluste. Bei der Berechnung des Risikodeckungspotenzials bleiben aus diesem Grund erwartete Verluste unberücksichtigt. Die Risikotragfähigkeit ist gegeben, wenn die Summe der Risikopotenziale die Risikodeckungsmasse des jeweiligen Stichtages nicht übersteigt. Dies war bei der IBB im gesamten Jahr 2017 gewährleistet.

Zum 31. Dezember 2017 belief sich das Risikodeckungspotenzial auf 65,4 Mio. EUR und die Risikodeckungsmasse auf 59,4 Mio. EUR. Die Summe der Risiken betrug 71,5 % der Risikodeckungsmasse. Bestandsgefährdende Risiken sowie Risiken, die über das übliche geschäftliche Maß hinausgehen, waren nicht erkennbar.

Die Risikotragfähigkeitsbetrachtung ist explizit in die mehrjährige Kapitalplanung der IBB eingebunden, um Auswirkungen der Planung und der Kapitalausstattung auf die zukünftige Tragfähigkeit ableiten zu können.

 

OFFENLEGUNGSBERICHT

Der Offenlegungsbericht gemäß § 26a KWG i. V. m. Artikel 431 ff. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) für das Geschäftsjahr 2016 ist im Internet unter www.ibb-ag.com veröffentlicht. 

Der Offenlegungsbericht gemäß § 26a KWG i. V. m. Artikel 431 ff. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) für das Geschäftsjahr 2017 wird im Internet unter www.ibb-ag.com veröffentlicht.

PROGNOSEBERICHT

Nach einem wachstumsstarken ersten Halbjahr 2017 hat sich das weltweite Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2017 wieder – vor allem aufgrund temporärer Faktoren – etwas verlangsamt. Dennoch bleibt der Ausblick sehr erfreulich. Daher haben die einschlägigen Wirtschaftsforschungsinstitute sehr positive Prognosen für das Jahr 2018 abgegeben und diese teilweise sogar nach oben korrigiert. 

Demnach dürfte die Weltwirtschaft nicht nur im ersten Quartal 2018 mit überdurchschnittlichen Raten wachsen, auch im Jahr 2018 ist die Beurteilung der Lage weiter aufwärtsgerichtet. Mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs schätzen die Experten die Lage und Erwartungen für alle fortgeschrittenen Volkswirtschaften grundsätzlich positiv ein. Das ifo Institut geht davon aus, dass sich der Aufschwung in 2018 weiter fortsetzen wird, wenngleich die Zuwachsraten der globalen Produktion voraussichtlich etwas niedriger ausfallen werden als im vierten Quartal 2017 bzw. im ersten Quartal 2018. Hierfür spricht, dass in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften die Kapazitäten wohl zunehmend ausgelastet sein werden. 

Außerdem gehen die Prognosen davon aus, dass die chinesische Wirtschaft aufgrund des restriktiveren Kurses der chinesischen Zentralbank und der starken Verschuldung des Unternehmenssektors etwas weniger stark expandieren dürfte. Die Verschuldung im Unternehmenssektor hat sich in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet und befindet sich jetzt auf einem im internationalen Vergleich sehr hohen Niveau. Dadurch erhöht sich das Finanzstabilitätsrisiko in China, zum Beispiel infolge einer schneller als ursprünglich erwarteten Normalisierung der US-amerikanischen Geldpolitik, die zu einem verstärkten Kapitalabfluss aus China führen könnte. Demgegenüber steht der wirtschaftliche Erholungsprozess in Indien und Brasilien, der in diesen Ländern für eine sich belebende Dynamik sorgen dürfte. 

Konjunkturelle Risiken für den Euroraum können als weitgehend ausgeglichen betrachtet werden. Die Einschätzungen von Unternehmen, Haushalten und Finanzmarktteilnehmern fallen im Hinblick auf die aktuelle Lage und den Ausblick auf das Jahr 2018 durchweg positiv aus. In der Folge ist damit zu rechnen, dass die Wirtschaft im Euroraum insbesondere kurzfristig deutlich stärker expandiert als z.B. in der Prognose des ifo Instituts unterstellt. Auch die erfolgreiche Umsetzung weiterer struktureller Reformen in den Mitgliedstaaten der EU könnte die Arbeitsmarktlage noch schneller verbessern und eine höhere Inflationsdynamik mit sich bringen.

Der Aufschwung, in dem sich die deutsche Wirtschaft seit nunmehr 2013 befindet, hatte sich im Jahr 2017 nochmals beschleunigt. Für das Jahr 2018 geht das ifo Institut davon aus, dass sich der Aufschwung in Deutschland – befördert von der Binnen.nachfrage und den Exporten – fortsetzen wird. Demnach wird der private Konsum kräftig expandieren, getrieben von steigenden Effektivlöhnen, zunehmenden Transfereinkommen und steigender Beschäftigung. Angesichts des weiter zunehmenden Auslastungsgrads ist von einer fortgesetzten, kräftigen Expansion der Unternehmensinvestitionen auszugehen, wobei sich der konjunkturelle Anstieg der Investitionen in Ausrüstungen und in gewerbliche Bauten vermutlich etwas abschwächen dürfte. 

Der Markt für Wohnungsimmobilien in Deutschland ist nach wie vor von einem hohen Nachfrageüberhang gekennzeichnet. Gestützt wird die expansive Entwicklung durch günstige Einkommensperspektiven der privaten Haushalte sowie die nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen. Der Bausektor stößt aufgrund des hohen Produktionsvolumens zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Da die Kapazitäten in den kommenden Jahren ausgeweitet werden dürften, ist von weiter steigenden Wohnungsbauinvestitionen auszugehen. Allerdings dürfte das Tempo dieser Expansion im Jahr 2018 leicht zurückgehen. Unter dem Strich wird sich im Jahr 2018 an den deutschen Top-Standorten bzw. prosperierenden Großstädten und Ballungsräumen keine generelle Entspannung an den Wohnungsmärkten abzeichnen. Vielmehr dürfte sich z. B. aufgrund des anhaltenden Zuzugs, der bestehenden Bedarfslücke und der nicht ausreichenden Wohnungsbauaktivitäten die Lage am Wohnungsmarkt aller Voraussicht nach noch verschärfen. Deshalb wird der Druck steigender Wohnungsmieten auch in 2018 unverändert fortbestehen. 

In der Gesamtbetrachtung ist laut ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts im Jahresdurchschnitt ein um 2,6 % steigendes Bruttoinlandsprodukt zu erwarten. Dieses äußerst günstige Konjunkturumfeld dürfte es den Unternehmen ermöglichen, ihre Gewinnmargen zu erhöhen und den im weiteren Verlauf zunehmenden Preisdruck an die Verbraucher weiterzugeben. Es ist zu vermuten, dass die Inflationsrate in 2018 und in den folgenden Jahren stetig steigen wird. Für 2018 rechnet das ifo Institut derzeit mit 1,9 %.

Am Arbeitsmarkt ist mit einer weiter rückläufigen Arbeitslosenquote zu rechnen. So geht das ifo Institut für das Jahr 2018 bei der Zahl der Erwerbstätigen von einem Zuwachs von 490.000 Personen und von einer Arbeitslosenquote von 5,3 % aus. 

In den großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist die Geldpolitik unverändert stützend ausgerichtet. Wenn auch moderat, dürfte die US-Notenbank ihren Rhythmus für Zinsanhebungen fortsetzen. Vor diesem Hintergrund sind 2018 drei weitere Zinsanhebungsschritte zu erwarten. Von Seiten der EZB wurde signalisiert, dass sie zunächst an ihrer quantitativen Lockerung festhalten und von weiteren Zinsschritten (in 2018) absehen wird. 

Getrieben vom Gewinnwachstum und dem Niedrigzinsumfeld, was die Märkte für negative Überraschungen von volkswirtschaftlicher und politischer Seite anfälliger macht, ist die Bewertung der Aktienmärkte weiterhin aufwärtsgerichtet. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich der laufende Aufschwung an den Märkten, der bereits seit fast neun Jahren anhält, auch 2018 fortsetzen wird. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die rekordniedrige Volatilität am Aktienmarkt 2018 wieder anziehen wird. Darüber hinaus bergen geopolitische Konflikte, die Wahlen in Italien, aber auch die US-Politik unter Präsident Donald Trump Risiken für die Märkte. 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und Prognosen ist die IBB weiterhin bestrebt, konsequent zukunftsorientierte und profitable Nischenmärkte zu identifizieren und erfolgreich zu besetzen. Zudem stellen die gezielte und systematische Auswahl der Kreditkunden und ein diversifiziertes Kreditportfolio auch künftig die Basis für ein solides Kreditgeschäft dar. Dies gilt sowohl für das Firmenkunden- als auch für das Gewerbliche Immobilienfinanzierungsgeschäft. Aufgrund des unverändert guten Immobilienmarkts wird die Bank das Geschäftsfeld Gewerbliche Immobilienkunden in bewährter Weise fortführen und – wo möglich – weiter ausbauen. 

Im Bereich der Forderungsfinanzierungen nutzt die Bank ihre exzellenten Marktkenntnisse, um ihre Marktstellung weiter auszubauen. Chancen bestehen in den weiter wachsenden Finanzierungsvolumen, Risiken ergeben sich aus dem zunehmenden Wettbewerb und Preisdruck u. a. durch branchenfremde Investoren. 

Segmentübergreifend gilt, dass aufgrund der über Jahre von der IBB aufgebauten und persönlichen Kundennähe mit individuellen Lösungen dazu führen, dass sich globale Entwicklungen auf den Geschäftserfolg der IBB deutlich geringer auswirken. 

Im Private Banking begleitet die IBB ihre Kunden auch künftig in engem persönlichem Kontakt, um sie genau entsprechend ihrer Bedürfnisse und den Erfordernissen der Marktentwicklung zu betreuen. Neue Strukturen sollen diesen Bereich noch näher an den Kunden bringen und gleichzeitig sämtliche regulatorischen Anforderungen berücksichtigen. Letztlich wird durch diese eingeleiteten Maßnahmen nicht nur das hohe Niveau bei der Kundenbetreuung gehalten bzw. stetig gesteigert, sondern auch die Effizienz dieser Geschäftsaktivität. 

Für 2018 sind keine bedeutenden Veränderungen im Depot A geplant; für die IBB hat ein risikoarmer Wertpapierbestand weiterhin hohe Priorität. 

Auch für 2018 wird ein uneingeschränkter Zugang zu erforderlichen Refinanzierungsmitteln erwartet. 

Die Planung 2018 sieht Kundenkreditvolumina in Höhe von 1.118,7 Mio. EUR vor. Die Risikovorsorge geht mit 6,8 Mio. EUR in die Planung ein. Für das Jahr 2018 sind weitere Neueinstellungen geplant und teilweise bereits vertraglich fixiert. Trotz unverändert hoher Projektkosten und Investitionen in die Personal-, Organisations- und IT-Infrastruktur ist es für das kommende Jahr das Ziel, bei leicht steigenden Kundenkreditvolumina und dementsprechend geplanter Risikovorsorge ein Betriebsergebnis nach Risiko vor Steuern von 11,7 Mio. EUR zu erreichen. 

SONSTIGES

Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat die Internationales Bankhaus Bodensee AG einen Bericht erstellt (§ 312 AktG). 

Dieser Bericht schließt mit folgender Erklärung des Vorstands der Bank: »Im Berichtsjahr 2017 wurden keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der verbundenen Unternehmen getroffen oder unterlassen. Die Internationales Bankhaus Bodensee AG erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.« 

Die Internationales Bankhaus Bodensee AG gehört der Entschädigungseinrichtung des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ), Berlin, und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands e. V. (ESF), Berlin, an. 

Friedrichshafen, den 6. März 2018 

Internationales Bankhaus Bodensee Aktiengesellschaft 

Klaus Gallist        Heike Kemmner